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Rathaus Altona

- Historisches Gebäude -

Der vierflügelartige Palastbau des heutigen Bezirksamtes Altona wurde das Neue Rathaus von  Altona, 1844 als Bahnhof gebaut vom Architekten Heinrich Oswald Winkler (1819-1889).  Infolge von nachfolgenden baulichen Veränderungen entstand 1900 im Inneren der Kollegiensaal von Ludwig Dettmann (1865-1944). 1898 entstand das Relief im Giebelfeld über dem Haupteingang von Carl Gabers (1864-1943) und Ernst Barlach; es zeigt eine allegorische Darstellung vom damaligen Altona. Der Eingang auf der Südseite ist Bestandteil des Kopfgebäudes des ehemaligen Bahnhofs - heute wird die Räumlichkeiten vom Standesamt genutzt. In den 1990 Jahren folgte die Renovierung aller Räume und des Innenhofes durch das städtische Bauamt.

Noch heute verbinden sich u.a. nachstehende Namen

mit Altona. Die Klammerzusätze weisen auf die jeweilige Amtszeit als dortiger Bürgermeister hin.

 

Altona - ehemals zweitgrößte Stadt Dänemarks nach Kopenhagen - lässt sich sinnvoll durch Jahreszahlen erläutern:

Um 1535 In der Grafschaft von Schauenburg und Holstein-Pinneberg entwickelte sich am Elbhang ein  Fischerdorf. In diese Zeit wird auch die Anekdote transferiert, nach der westlich von Hamburg eine neue Siedlung entstehen sollte. Doch der Standort erfolgte ungewollt und „all to nah“ (allzu nah) an der Hamburger Stadtgrenze im Bereich der heutigen Straße Pepermölenbek.

1601 Altona bekennt sich zur religiösen Toleranz durch den protestantischen Landesfürst Graf Ernst von Schauenburg und vergab an die aus den südlichen Niederlanden geflohenen Reformierten und Mennoniten das Privileg der freien Religionsausübung. Beide Religionsgemeinschaften bilden noch heute Gemeinden in Hamburg-Altona. 1658 bekam auch die katholische Gemeinde das Privileg der Glaubensfreiheit.

1618 - 1648 Im Dreißigjährigen Krieg wurde Altona in die Streitigkeiten zwischen Dänemark und Hamburg eingebunden und litt neben den Kriegseinwirkungen insbesondere an der Pest. 

1640 starb der letzte Vertreter der schauenburgischen Grafen von Holstein-Pinneberg und Altona fiel an das Herzogtum Holstein und damit an den dänischen König. Dänisches Recht und dänische Währung etc. übertragen sich damit auch auf Altona, obwohl die Stadt bis 1806 Teil des Reichs und ab 1815 des Deutschen Bundes war.

1644 - 1645 Altona geriet vorübergehend in schwedischen Besitz und gründet eine  „Schützencompagnie“ als Bürgerwehr und Brandgilde, aus der sich die Altonaer Schützengilde von 1639 entwickelte (besteht noch heute; seit 1864 als privater Verein).

23.08.1664 erhielt Altona durch den dänischen König Friedrich III. die Stadtrechte verliehen (u.a. die Zoll- und die Gewerbefreiheiten sowie die Gerichtshoheit. Altona wird dadurch zum ersten Freihafen Nordeuropas. Erst nach 2010 wurden die letzten Frei-Hafenflächen nördlich der Elbe um das jetzige Gebiet von CC3 als Hafengebiet aufgegeben und damit den allgemeinen Bauregelungen unterworfen. Auch der private Ankauf von Grundstücken war nun möglich.

1692 Hamburg akzeptierte das Altonaer Stadtprivileg (Kopenhagener Rezess).

1683 Gründung einer städtischen Lateinschule, die 1738 als Akademisches Gymnasium unter dem Namen Christianeum nach dem dänischen König Christian VI (1699-1746) benannt wurde und noch heute besteht. Der Standort war damals zwischen Kleine Mühlenstraße und Königstraße (heute S-Bahnstation Könistraße).

1698 (-1874) Erstherausgabe der Altonaische Mercurius und 1699 (-1789) der (Altonaische) Reichs-Post-Reuter. Damit dokumentierte Altona seine Toleranz inclusive Presse- und Meinungsfreiheit. 1850 verlegte der Buchdrucker H. W. Köbner  die erste Tageszeitung mit den Altonaer Nachrichten im Großraum Hamburg. 1924 übernahm sie der Verlag und die Druckerei Hammerich & Lesser in der Königstraße, die ihrerseits 1909 von Hinrich Springer (Vater von Axel Springer) und I. Wagner übernommen wurde. Altona entwickelte sich zudem als „offene Stadt“ zu einem Zentrum der Aufklärung in Norddeutschland, personifiziert insbesondere ab 1757 in dem sozialreformerischen Stadtphysikus und Armenarzt Johann Friedrich Struensee (1737-1772). Symbolhaft zeigte das Stadtwappen mit dem geöffneten Tor, dass in Altona politisch oder religiös Verfolgte aber auch unzünftige Handwerker willkommen sind. Unzünftig bedeutete in diesem Zusammenhang die Möglichkeit, ein gelerntes Handwerk ausüben zu dürfen ohne Mitglied einer Zunft sein zu müssen. Hamburg dagegen erschwerte mit seinen Zunftregeln zeitgemäße und kreative Entwicklungen. Das zeigt sich selbst heute noch bei Firmengründungen im Handwerksbereich.

1713 Unter der Bezeichnung „Schwedenbrand“ wurde Altona durch schwedisches Militär niedergebrannt. Bereits im März 1713 erhielt der Graf Christian Detlev von Reventlow das Dekret des dänischen Königs, die Stadt wieder aufzubauen. Aus dieser Zeit stammt auch die Bepflanzung der bereits 1638 angelegten Palmaille im Stile einer Prachtstraße. Der Name verweist auf die Möglichkeit des Ballspielens im Sinne vom Paille-Maille (Krocket bzw. Golf).

1821 Der Professor für Astronomie Heinrich Christian Schumacher (1780-1850) erhielt durch König Friedrich VI das Privileg, an der Palmaille eine Sternwarte (noch vor Bergedorf) zu errichten. Sie wurde 1872 nach Kiel verlegt, da Raucheinwirkungen durch fortschreitende Industrieansiedlung die Arbeiten erheblich beeinträchtigten. Heute befindet sich auf dem Grundstück die Bundesforschungsanstalt für Fischerei.

1842 Die Altona-Kieler Eisenbahn-Gesellschaft konstituierte sich und baute ab 1844 die Gleisverbindung Altona - Kiel und 1866 die Hamburg-Altonaer Verbindungsbahn bis zum Hamburger Bahnhof Klosterthor (heute Stadtteil HafenCity) sowie 1845 eine großteils unterirdische „Schiefe Ebene“. Diesen 1992 stillgelegten Schellfischtunnel nutzte die durch eine Oberleitung mit Energie vorsorgte Hafenschleppbahn ab der Station Elbberg (heute Gaststätte Hafenbahnhof) im Altonaer Hafen, vorbei am Neuen Rathaus Altona bis zum neuen Bahnhof Altona.

1844 - 2014 Bau des ersten „dänischen Bahnhof“, dem heutigen Rathaus Altona in Altona-Altstadt an der Grenze zu Ottensen. Doch bereits 1895 wurde der „preußische“ Altonaer Hauptbahnhof in Sichtweite errichtet. Dieser historische Kopfbahnhof mußte 1979 einem Neubau weichen, der bis heute in Form und  Nutzung nicht den Ansprüchen gerecht wurde. Ein erneuter Umbau ist nicht erst seit 2014 in aller Munde, doch seitdem wahrscheinlicher. Die Deutsche Bundesbahn als Eigentümerin beabsichtigt eine Verlegung des Bahnhofs in Richtung S-Bahn-Station Diebsteich. Dadurch kann die Neue Mitte Altona entstehen.

1846 Bau der ersten Turnhalle Norddeutschlands als Fachwerkgebäude in der Turnstraße.

1861 Eröffnung des Altonaer Krankenhauses. Gebaut wurde es von Heinrich O. Winkler, dem Baumeister auch des Neuen Rathauses. Schon  1888 wurde das Haupthaus um einen Anbau mit Operationssaal erweitert. Das insgesamt rund 29.000m² große Gelände war mit den damals üblichen Pavillons bebaut - eines davon das Pesthaus, ein anders das Irrenhaus mit Zelleneinbauten. Das Krankenhaus wurde 1970 geschlossen.

1870 Errichtung der Hamburg-Altonaer Getreide- und Waaren-Niederlage von R.J.Robertson u. Consorten sowie der Weizenmühle H.W.Lange & Co. auf den Flächen um das heutige Stilwerk.

1880 Das erste öffentliche Hallenbad entstand nach den Plänen des Architekten A. Petersen im neugotischen Stil in der Bürgerstraße. Neben dem zentral gelgenen Schwimm-Bassin besaß das Thedebad diverse Wannenbäder I. und II.Klasse, selbstverständlich für Frauen und Männer getrennt. Nutzer war die ärmere Bevölkerung von Altona-Altstadt und Ottensen; das Gebäude besteht noch heute. Durch Umbau in den 1980er Jahren befinden sich im Inneren leider nur noch Atelier- und Büroräume. Allerdings wurde gegenüber 1868 eine der ältesten Grundschulen in Hamburg errichtet und noch heute entsprechend genutzt. Beide Einheiten befinden sich unter Denkmalschutz.

1887 Bau der heute unter Denkmalschutz stehenden Köhlbrandtreppe als Fußgängerverbindung zwischen Holzhafen und Oberstadt. Treppenbestand ist auch das Eckgebäude an der Ausmündung der Carsten-Rehder-Straße.

1889 Gründung der Altonaer Quai- und Lagerhaus-Gesellschaft nach dem Prinzip der Hamburger Freihafen Lagerhaus Gesellschaft, der heutigen HHLA (Hamburger Hafen und Lagerhaus Gesellschaft; danach Hamburger Hafen- und Logistik Gesellschaft).

1893 Gründung des Altonaer Fußballclub von 1893 (heute Altona '93). 1903 wird der Fußballplatz auf der Exercierweide Standort für das erste Endspiel um die Deutsche Fußballmeisterschaft.

1896 Grenzstein wurden zwischen Altona und Hamburg gesetzt und sind u.a. in der Brigittenstraße noch heute vorhanden.

1898 Umbau des bisherigen Bahnhofs zum (Bezirksamt) Rathaus Altona. Das bisherige Eisenbahngelände davor wurde eine Parkanlage. Dort befinden sich heute innerhalb bzw. angrenzend

  • das Mahnmal „Black Form - Dedicated to the Missing Jews“, das seit 1989 in Form eines schwarzen 5½m langen, 2m hohen und 2m tiefen Quaders von Sol LeWitt an die  Vernichtung des jüdischen Lebens der 1920er Jahre in der Stadtmitte erinnern soll.
  • der Gedenkstein am Rand des Bahnhofsvorplatzes für die mehr als 800 Juden, die 1938 während der sogenannten „Polenaktion“ aus ihren Wohnungen geholt und vom Altonaer Bahnhof nach Polen deportiert wurden
  • der Stuhlmannbrunnen
  • das Altonaer Museum
  • das Altonaer Theater
  • über die Betty-Levi-Passage die benachbarte Christianskirche von 1738 mit dem Grab des Aufklärers und Dichters Friedrich-Gottlieb Klopstock (1724-1803) sowie teilweise stillgelegte Friedhofsflächen
  • die von Franz Schiller (1815-1857) erstellte Bronzeskulptur (1852) des dänischen Oberpräsidenten Conrad Daniel Graf von Blücher-Altona (1764-1845), der Altona vor der Zerstörung durch die Franzosen (Besetzung von 1806-1814) rettete und der wegen seiner aktiven Hilfe beim Hamburger Brand (1842) Ehrenbürger von Hamburg wurde.
  • das Reiterstandbild von Kaiser Wilhelm I (1898) des Bildhauers Gustav Eberlein (1847-1926)
  • auf dem Altonaer Balkon die Kupferskulptur „Maritim“ mit der Abbildung von drei Elbfischern (1965) von Gerhard Brandes (1923-2013).

1907 Eröffnung des Hagenbecks Tierpark in Stellingen, das damals noch zu Altona gehörte.

1909 entsteht die Adolf-Jäger-Kampfbahn für den Fußballverein Altonaer FC von 1893 und gilt als eines der ältesten Sportstätten Deutschlands. Der Haupteingang steht unter Denkmalschutz.

1914 Eröffnung der Deutschen Gartenbauausstellung unter dem Protektorat Ihrer Majestät der Kaiserin aus Anlass des 250-jährigen Stadtjubiläums durch Oberbürgermeister Bernhard Schnackenburg. Dazu hatte Altona u.a. auch Privatflächen angekauft; so den 54.000m² großen Park mitsamt Schloß des verstorbenen Etatrats Bernhard Donner. Weitere Ratsmitglieder stellten kostenfrei private Flächen zur Verfügung, so der Kommerzienrat Georg Plange (1842-1923) Flächen des heutigen Heineparks. Plange führte eine Großmühle in Wilhelmsburg am Reiherstieg (Diamant-Mehl). Im Ausstellungsgelände stand die Bronzeskulptur Tänzerin von Ludolf Albrecht, deren neuer Standort nur wenigen bekannt ist.

1914 wird durch den Gartenbaudirektor Johannes Ferdinand Tutenberg (1874-1956) in Bahrenfeld der Altonaer Volkspark angelegt. Er ist in seinen damiligen Dimensionen größer als der Hamburger Stadtpark.

1922 Gründung des kommunalen Wohnungsbauunternehmens Siedlungs-Aktiengesellschaft Altona (SAGA; heute SAGA GWG von 1999) für die Umsetzung des Generalbauplan von 1923 für Altona durch den parteilosen Bausenator und Stadtplaner Gustav Oelsner (1879-1956). Mit Ferdinand Tutenberg gestaltete er die Elbparkanlagen des Stadtteils Altona bis hin nach Blankenese und schuf den Elbewanderweg.

1927 Eingemeindung der Elbdörfer Groß- und Klein-Flottbek, Nienstedten, Blankenese und Rissen sowie der Geestgemeinden Osdorf, Iserbrook, Sülldorf, Lurup, Eidelstedt und Stellingen-Langenfelde durch das Groß-Altona-Gesetz.

1937 Durch das Groß-Hamburg-Gesetz wurde Altona ein Stadtteil von Hamburg und verlor seinen eigenständigen Status.

1950er Jahren Bau der Großsiedlung Osdorfer Born in den 1970er Jahren.

1968 - 1975 Bau des neuen Elbtunnels mit drei zweispurigen Röhren unter der Elbe sowie 1995 Erweiterungsbau einer vierten Röhre mit zwei zusätzlichen Fahrspuren. Sie bilden einen Teil der Bundesautobahn (BAB 7). Für die Bohrarbeiten kam die Trude zum Einsatz. Betroffen sind der Bezirk Eimsbüttel mit den Stadtteile Schnelsen + Stellingen / Langenfelde, Bezirk Altona mit Bahrenfeld + Ottensen sowie Harburg mit Waltershof, Moorburg, Heimfeld, Marmtorf + Fleestedt. 

Ab 1990 bis heute Bau der sogenannten Perlenkette am nördlichen Elbufer parallel zur Elbe zwischen dem Altonaer Fischmarkt und Neumühlen. Anstelle der den Stadtteil prägenden  Fischindustrie entstanden  Bürokomplexe, Gastronomie und Freizeiteinrichtungen. Beispielhaft zu nennen sind das Dockland, das Elbkaihaus, der Elbbergcampus, der Kristall, das Cruise Center Altona sowie das umgebaute Augustinum.

Dafür haben eine Vielzahl von Wirtschafts- und Industriebetrieben im Gesamtraum Altona ihre Produktionsstätten in den letzten Jahrzehnten aufgegeben oder verlagert. Bekannte Firmennamen, die mit dem Standort Altona fest verbunden sind, lauten u.a.:

• British American Tobacco (BAT), • Elbschloss-Brauerei in Nienstedten, • Schokoladenfabrik C.H.L. Gartmann, • Holsatia-Holzverarbeitung, • Margarine-Union und Essig-Kühne in Bahrenfeld, • Menck & Hambrock (Baggerherstellung) • Reemtsma Zigarettenfabrik, • Zeise (Schiffspropellerguss)

 

01.08.01 Das Standesamt im Altonaer Rathaus traute gleich 15 Ehepaare - drei lesbische und 12 schwule Paare. Denn durch das neue und bundesweit gültige Lebenspartnerschaftsgesetz können ab diesem Datum Homosexuelle einen Bund für das Leben eingehen, der mit ähnlichen Rechten und Pflichten wie eine Ehe unter Heterosexuellen ausgestattet ist. Nach der Trauung fuhren die frisch Getrauten in einem Autokorso vom Altona durch die Innenstadt zum Rathaus Hamburg, denn dort begrüßte sie die Zweite Bürgermeisterin und  Senatorin für Wissenschaft und Gleichstellung Krista Sager (Grüne). Sie hatte wesentlichen Anteil an der Durchsetzung dieser "Hamburger Ehe".

 

Adresse: Platz der Republik 1 in 22765 Altona-Altstadt
Verkehrsanbindung: S-Bahn Station Altona

Homepage:  ohne
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