Sie sind hier: Kulturkarte.de >  Stadtplan >  Infos > Stilwerk in Hamburg  >  Informationen, Adresse, Anfahrt, Homepage und Foto
Foto zum Thema <%= Stilwerk%>   
Foto zum Thema <%= Stilwerk%>   
Foto zum Thema <%= Stilwerk%>   

S T I L W E R K

- Industriedenkmal -

 
Es war der dänische König Christian I., der 1642 dem damaligen Grundeigentümer das Recht zum Bierbrauen erteilte. Bekannter wurde diese ehemals dänische und danach bis 1937 der eigenständigen Stadt Altona zugehörige Fläche durch die Übernahme der Dolck'schen Braunbier-Brauerei von Georg Wilhelm Naefeke.
Der ließ 1875 aus den Brauereianlagen eine Malzfabrik konstruieren, ein wichtiger Bestandteil für die Bierproduktion nahe dem damaligen zentralen Umschlagsplatz beim heutigen Altonaer Fischmarkt.
So entstand als Hauptgebäude die Mälzerei, 1907 eine der ersten Stahlbetonskelett-Konstruktionen Deutschlands mit der für diese Zeit typischen Backsteinfassade. Die mit Blendbögen und Schmuckbändern verzierte Fassade zeugte vom wirtschaftlichen Wohlstand der damaligen Zeit. Erhalten blieben wesentliche Elemente der damaligen Zeit, so der südwestlich befindliche Eckturm mit einer alten Jugendstiltreppe. Drei Wandfliesen im Eingangsbereich des heutigen Stilwerks weisen auf die für diesen Standort wichtigen Jahreszahlen 1642, 1875 und 1907 hin.

Ein noch 1961/62 vom Malzbetrieb Naefeke im Innenhof errichteter großer Silo der ehemaligen Hafengroßmühle Lange wurde 1995 abgerissen; das war quasi der Startschuss für eine Umnutzung der bereits im Herbst 1992 aufgegebenen früheren Mälzerei.
Die denkmalgeschützte Industrieanlage direkt am Elbenordrand wurde durch die Architekten Lange, Vogler & Partner und für den Innenausbau Rolf Heide umgebaut, 1996 fertig gestellt und beherbergt nunmehr als ein großes Handels-, Kommunikations- und Kulturzentrum in einem Gebäude das Design-Center "Stilwerk".
Beeindruckend die glasüberdachte und durch alle Geschosse führende Eingangshalle, die Einblicke in sämtliche Gewerke gestattet, aber auch alte Gebäudebestandteile ins rechte Licht zu setzen vermag.


Und während der Eingangsbereich zur vertikalen Blickrichtung ermuntert, verleiten die neu installierten Verbindungsbrücken im passenden Outfit (Fluchtwege bei Hochwasser) zu einer horizontalen Blickführung. Sie vermittelt die Erkenntnis, dass das vorgelagerte ehemalige Stadtlagerhaus mit den nachfolgenden historischen Gebäuden entlang des nördlichen Elbufers einer ebenbürtige Wertschätzung verdienen, zumal auch ihnen durch eine hafentypische Rekonstruktion mit einer dem Standort angemessenen Neubebauung ein neues Leben eingehaucht wurde.

So wurde die 1890 neugebaute ehemalige Weizengroßmühle H. W. Lange - eine der ersten Dampfmühlen in Norddeutschland mit angeschlossenem Kesselhaus - von Jan Störmer Architekten 2001 umgebaut und aufgestockt. In den Bestandsgeschossen wurden Büros, Läden und ein Restaurant eingepasst; den gläsernen Aufstockungen erhielten großzügig geschnittene Wohnungen.
Der angrenzende, ebenfalls wasserseitig gelegene Westflügel des Stadtlagerhauses - dem ehemaligen Silo mit Entlüftungsschornstein - wurde in den Obergeschossen angemessen rekonstruiert, ohne damit der neuen Nutzung im Wege zu stehen. Heute befindet sich im Gebäude Parkraum auf 17 Ebenen. Der Schornstein dient als Zugang zu den Etagen.
 
Der vormals von der Außenseite mit dem größten Frauenwandbild Europas versehene ehemalige Lübcke-Speicher - 1880 für die englische Gesellschaft „Hamburg-Altonaer Getreide und Waren-Niederlassung“ gebaut  - wurde von den Architekten Bassewitz, Hupertz, Limbrock Mitte der Neunziger Jahre umgebaut. Während die Wasserseite sorgfältig rekonstruiert wurde, erhielt die zur Gr. Elbstraße gelegene Seite eine moderne Ausführung. Dabei wurde das Frauenwandbild aufgegeben.
Dafür wurde bei der Umsetzung der Ansprüche von Greenpeace als neuem Gebäudenutzer größtmögliche umweltspezifische Beachtung geschenkt.

Durch den architektonisch herausgestellten Kontrast von alt und neu – auch von der Wasserseite aus gut nachvollziehbar - wurde diese Hafenrandsanierung ein hervorragendes Beispiel für gelungenen Denkmalschutz.

Adresse: Große Elbstraße 68 in 22767 Hamburg-Altona-Altstadt
Telefon: 040 306 211 00
Verkehrsanbindung: Bus 111 Station Fischauktionshalle sowie Elbfähren 61 u. 62 Anleger Altona

Homepage:  www.stilwerk.de
Letzte Nachrichten zum Thema "Stilwerk"