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HAMBURGER RATHAUS

Das Hamburger Rathaus wurde erstmals am 08.01.1255 in einer Urkunde des Grafen von Holstein erwähnt. Sein damalige Standort befand sich in der Nähe der Nikolaikirche (siehe auch Patriotisches Gebäude); es brannte beim großen Brand 1842 vollständig ab. In Fortsetzung des Börsenneubaus wurde das Rathaus am jetzigen Standort unter Federführung des Architekten Martin Haller 1897 neu errichtet. Mit seinem Turm von 112 m Höhe inmitten der 111 m langen Hauptfassade zum Rathausmarkt (dort hat nie ein Markt stattgefunden, erst in jüngster Zeit die Vergnügungs- bzw. Weihnachtsmärkte) stellt das Gebäude den "flämischen" Typ im Renaissancestil dar. Am Turm findet sich die "Hammonia" als Mosaik wieder; darüber ein lateinische Satz, dessen sinngemäße Übersetzung bedeutet: "Die Freiheit, die schwer errungen die Alten, möge die Nachwelt würdig erhalten". Weitere Informationen siehe unter www.rathaus.hamburg.de.
Bemerkenswert sind



Hamburg ist ein Stadtstaat, d.h. gemäß der Hamburger Verfassung werden staatliche und gemeindliche Tätigkeiten in Hamburg nicht getrennt. Damit ist das Hamburger Rathaus Mittelpunkt des Bundeslandes ebenso wie der Stadt Hamburg. Während im Rathaus das Parlament (in Hamburg Bürgerschaft genannt = Legislative) und die Regierung (Senat = Exekutive) ihren Sitz haben, werden die fachlichen und kommunalen Aufgaben in den Fachbehörden (siehe z.B. Kulturbehörde) und durch die sieben Bezirksämter Hamburg-Mitte, Altona, Eimsbüttel, Hamburg-Nord, Wandsbek, Harburg und Bergedorf umgesetzt.

Politisch interessant ist die Bürgerschaftswahl von 2008. Danach kam es zur ersten schwarz-grünen Koalition in der Bundesrepublik Deutschland.
Auch eine interessante Verfassungsänderung von 1996 sollte nicht unerwähnt bleiben. Bisher wurde der Senat als Kollegialorgan von der Bürgerschaft gewählt und der Bürgermeister war Erster unter Gleichen. Nach der Änderung erhielt der Bürgermeister die Richtlinienkompetenz und bestellte die Senatoren. Damit war er den Ministerpräsidenten aus den anderen Flächenbundesländern gleich gestellt.

Als kulturelles Highlight ist das Matthiae-Mahl zu nennen, das - erstmals 1356 - jährlich zum 24. Februar nunmehr im großen Festsaal des Rathauses begangen wird und damit als das älteste Festmahl der Welt gilt. Ein dagegen sehr junges Ereignis war der Senatsempfang zu Ehren des Hamburger Regisseurs deutsch-türkischer Herkunft Fatih Akin, der mit seinem Film "Gegen die Wand" über Deutschlands Grenzen hinweg internationale Anerkennung gefunden hat durch die Verleihung des Goldenen Bären in Berlin im Februar 2004 (siehe auch www.ffhh.de). Doch auch die Verleihung der Kulturpreise durch den Senat findet im Rathaus statt und ist ein Stück Hamburger Kulturgeschichte.

Obwohl in Hamburg nahezu jegliche monarchischer Präsenz fehlt und mit ihr entsprechende Prachtbauten, konnten mit bürgerliche Engagement in dieser Stadt viele kulturelle Gebäude und Einrichtungen wie beispielsweise die HÖB (durch die Patriotische Gesellschaft) oder die Kunsthalle (durch Börsianer) erstellt werden. So trägt Hamburg zu Recht den Namen "Hauptstadt der Mäzene und Stifter". Zu diesem Thema wird die Kulturkarte demnächst ein Stichwort bereithalten. Wer das Rathaus rückwärtig über den Rathausinnenhof verlässt trifft dort auf den Hygieiabrunnen (siehe nebenstehende Abbildung). Dieses Wasserspiel mit der griechischen Gesundheitsgöttin wurde 1896 geschaffen zur Erinnerung an die schreckliche Cholera-Epidemie, dargestellt als besiegter Drache zu Füßen der Skulptur. Hier hat sich das Frauenbild durchsetzen können, war doch zuvor an einen Merkur gedacht als Bindeglied zwischen Staat und Handel.

Adresse: U 3 Stationen Rathausmarkt oder Rödingsmarkt
U 1 + 2 Station Jungfernstieg
S 1 + 3 Station Jung

Homepage:  fhh.hamburg.de