HAMBURGER RATHAUS
Das Hamburger Rathaus wurde erstmals am 08.01.1255 in einer Urkunde des Grafen von Holstein erwähnt. Sein damalige Standort befand sich in der Nähe der Nikolaikirche (siehe auch Patriotisches Gebäude) und brannte beim großen Brand 1842 vollständig ab.
In Fortsetzung des Börsenneubaus wurde das Rathaus am jetzigen Standort unter Federführung des Architekten Martin Haller 1897 neu errichtet. Mit seinem Turm von 112 m Höhe inmitten der 111 m langen Hauptfassade zum Rathausmarkt (dort hat nie ein Markt stattgefunden, erst in jüngster Zeit die Vergnügungs- bzw. Weihnachtsmärkte) stellt das Gebäude den "flämischen" Typ im Renaissancestil dar. Am Turm findet sich die "Hammonia" als Mosaik wieder; darüber ein lateinische Satz, dessen sinngemäße Übersetzung bedeutet: "Die Freiheit, die schwer errungen die Alten, möge die Nachwelt würdig erhalten".
Politisch interessant war die Bürgerschaftswahl von 2008. Danach kam es zur ersten schwarz-grünen Koalition in der Bundesrepublik Deutschland. Auch eine interessante Verfassungsänderung von 1996 sollte nicht unerwähnt bleiben. Bisher wurde der Senat als Kollegialorgan von der Bürgerschaft gewählt und der Bürgermeister war Erster unter Gleichen. Nach der Änderung erhielt der Bürgermeister die Richtlinienkompetenz und bestellte die Senatoren. Damit war er den Ministerpräsidenten aus den anderen Flächenbundesländern gleich gestellt.Als kulturelles Highlight ist das Matthiae-Mahl zu nennen, das - erstmals 1356 - jährlich zum 24. Februar nunmehr im großen Festsaal des Rathauses begangen wird und damit als das älteste Festmahl der Welt gilt. Ein dagegen sehr junges Ereignis war der Senatsempfang zu Ehren des Hamburger Regisseurs deutsch-türkischer Herkunft Fatih Akin, der mit seinem Film "Gegen die Wand" über Deutschlands Grenzen hinweg internationale Anerkennung gefunden hat durch die Verleihung des Goldenen Bären in Berlin im Februar 2004. Doch auch die Verleihung der Kulturpreise durch den Senat findet im Rathaus statt und ist ein Stück Hamburger Kulturgeschichte. Wer das Rathaus rückwärtig über den Rathausinnenhof verlässt trifft dort auf den Hygieiabrunnen (siehe nebenstehendes Foto). Dieses Wasserspiel mit der griechischen Gesundheitsgöttin wurde 1896 geschaffen zur Erinnerung an die schreckliche Cholera-Epidemie, dargestellt als besiegter Drache zu Füßen der Skulptur. Hier hat sich das Frauenbild durchsetzen können, war doch zuvor an einen Merkur gedacht als Bindeglied zwischen Staat und Handel.Doch bis in die 90er Jahre wurde der Innenhof rund um den Brunnen als Parkplatz für Abgeordnete, Senatoren, Staatsräte und hohe Beamte genutzt. Dieser bereits jahrzehntelang währende Zustand wurde insbesondere durch das unermütliche Engagement des Grünen Abgeordneten Dr. Martin Schmidt - ein großer Demokrat und leidenschaftlicher Verkehrspolitiker - gegen die Widerstände aller damals etablierten Parteien aufgegegeben. Das Ergebnis läßt sich sehen. Obwohl in Hamburg nahezu jegliche monarchischer Präsenz fehlt und mit ihr entsprechende Prachtbauten, konnte das Rathaus mit bürgerliche Engagement großzügig ausgestattet werden. Und fürstliche Prachtbauten anderenortes haben die Hamburger ersetzt kulturelle Gebäude und Einrichtungen wie beispielsweise die
HÖB (durch die
Patriotische Gesellschaft) oder die
Kunsthalle (durch Börsianer). So trägt Hamburg zu Recht den Namen "Hauptstadt der Mäzene und Stifter". Zu diesem Thema wird die Kulturkarte demnächst ein Stichwort bereithalten. Im unmittelbaren Umfeld des Rathauses sind bemerkenswert zu erwähnen
- das Kriegerdenkmal an der Kleinen Alster mit dem Relief von Ernst Barlach als Erinnerung an die Toten der beiden Weltkriege (offizielles Gefallenendenkmal der Stadt) sowie
- das Heinrich-Heine-Denkmal von Waldemar Otto auf dem Rathausmarkt, das u.a. an die Bücherverbrennung zur Zeit der Gewaltherrschaft 1933 - 1945 erinnern soll. Die Enthüllung erfolgte erst am 11.05.1982 nach massiven Bürgerbegehren!
Die
Hamburger Impressionen vermitteln einen vielseitigen Eindruck von Hamburg und seinen Bauten. Garantiert ohne Hamburger Schmuddelwetter oder gar Schnee, Eis + Glätte.
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Adresse: |
U 3 Stationen Rathausmarkt oder Rödingsmarkt
U 1 + 2 Station Jungfernstieg
S 1 + 3 Station Jung |
Homepage:
fhh.hamburg.de