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Wesentliche Textbeiträge sowie diverse Fotos wurden uns freundlicherweise von der Galerie zur Verfügung gestellt.

Wandbilder über Frauenarbeit im Hafen

- Kunst im öffentlichen Raum -

 

2015 wurde eine weitere Perle der „etwas anderen Perlenkette am Elbufer“ fertig:

Ein etwa 400m² großes Bild zum Thema "Frauen in der Fischverarbeitung und am Fischmarkt“ wurde eröffnet unter Beteiligung der interviewten „lebendigen Quellen“ des Bildes durch die Kuratorin der Galerie Dr. Elisabeth von Dücker. Unter ihnen auch einige Fischarbeiterinnen wie Hamide Scheer. Sie war als Vertreterin der ersten Gastarbeitergeneration mit 19 Jahren aus der Türkei nach Deutschland gekommen, arbeitete als angeworbene Fischarbeiterin zuerst in Kiel, dann in Altona, bevor sie sich später als Sozialarbeiterin und Dipl.-Sozialwirtin weiter qualifizierte. Auch Firmen-Chefinnen, die Fischmarkt-Betriebe vom Vater übernahmen, waren unter den Gästen der Eröffnungsfeier. Sie konnten sich auf den kreisrunden Gemälde-Platten erkennen, gemalt von den Künstlerinnen Hildegund Schuster, Hamburg, und Cecilia Herrero, Argentinien, Denn das war bei den Recherchen der Kuratorin als erfreuliche Neuigkeit zutage gekommen: der Fischmarkt wird „weiblicher“: zunehmend die Töchtergeneration der Firmenchefs löst die konventionell-patriarchale Leitungskonstruktion ab, die weibliche Job-Qualifikation steigt, das Arbeitsklima wird positiver, das alte Bild der Männerdomäne Fischmarkt scheint zu bröseln.

Am traditionsreichen Ort des Fischmarktes visualisiert das neue Gemälde die Bedeutung des Wirtschaftsfaktors Fisch sowie die Tätigkeit beim Verarbeiten der Rohware - häufig ein Frauenberuf. Dazu kommen die vielfältigen Berufstätigkeiten von Frauen am Fischmarkt: im Fisch-Groß- und Einzelhandel als Juniorchefin, Geschäftsführerin, in der Gastronomie, Verkauf, als Expeditionsleiterin, als Amtsveterinärin und vieles mehr - wer hätte erwartet, dass in der sog. Männerdomäne Hafen Frauen in solchem Umfang den Betrieb am Laufen halten?

Das künstlerisch-dokumentarische Vorgehen: Das macht den besonderen Charakter dieses Gemälde-Projektes aus. Dazu der Mix verschiedener Stile und künstlerischer Positionen von Malerinnen aus verschiedenen Ecken der Welt.

Die open air-Galerie am Elbufer ist ein non-profit Projekt. Sie finanziert sich durch Spenden,  öffentliche und private Gelder, gefördert u.a. vom Bezirk Hamburg-Altona und von der Kulturbehörde. Als Kunst im städtischen Raum freut sie sich auf Besuch. Rundgänge können gebucht werden

 

2013 entstand das Gemälde zum Thema Frauen in der Hafenlogistik an der Stützmauer vor dem Hafenbahnhof. Die Fläche wurde der FrauenFreiluftGalerie von der Altonaer Tiefbauabteilung zur Verfügung gestellt. Das Bild macht sichtbar, was gemeinhin nur aus der Ferne zu sehen und zu hören ist: die Arbeit beim Entladen und Beladen der Containerschiffe am Burchardkai. Zugleich rückt es eine Novität in der Arbeitswelt Hamburger Hafen in den Fokus: Seit 2006 arbeiten dort junge Frauen als u. a. Van Carrierfahrerin, ausgebildet als Fachkraft für Hafenlogistik bei der Hamburger Hafen und Logistik AG. Bei der HHLA sind momentan zehn junge Frauen im operativen Bereich am Kai beschäftigt - ehemals ein Arbeitsplatz ausschließlich für Männer. Interviews mit bei der HHLA beschäftigten Frauen sowie Recherchen zur Arbeitswelt im Hafen bilden  quasi das Rückgrat des Gemäldes, ebenso wie aktuelle, an den Arbeitsplätzen entstandene Fotografien.

 

 

Zum Projekt FrauenFreiluftGalerie Hamburg:

Vierzehn Wandgemälde erzählen entlang des Elbufers von hafenbezogener Arbeit von Frauen seit den 1890er Jahren - eine kulturelle „Perlenkette“ eigener Art, denn hier am Elbe-Nordufer vollzieht sich ein gewaltiger Umwandlungsprozess von Arbeits- und Lebenswelten. Umso spannender dieses seit 1994 arbeitende Projekt zwischen den in neue Höhen klimmenden Bauten der Dienstleistungs- und Büroarbeit: Erinnerungsspuren der jetzt entschwindenden oder nicht mehr sichtbaren Geschichte der Hafenarbeiterinnen werden verknüpft mit aktuellen Perspektiven von heute hier beschäftigten Frauen. Aktuell hinterfragt die FrauenFreiluftGalerie Hamburg auch den Jahrhunderte alten Mythos „Männerdomäne Hafen“. Malerinnen aus unterschiedlichen Ländern sind am Projekt beteiligt. Hamburgs FrauenFreiluftGalerie ist ein ehrenamtliches Projekt, finanziell getragen von privaten und öffentlichen Fördermitteln. Vorgängerin war das ehemals mit dem Frauenarbeitskreis im Museum der Arbeit verbundene große Wandbild zum Thema „100 Jahre hafenbezogene Frauenarbeit“ anlässlich des 800. Hafengeburtstags im Jahr 1989. Weitere Hinweise:

  • FreiluftBild „Frauen zur See“ von der Künstlerin Barbara-Kathrin Möbius befindet sich an der HWW-Station unter Neumühlen 3.

 

 

  • Restaurierung der ersten Wandbilder im Jahr 2014

 

Hamburgs FrauenFreiluftGalerie: Gestaltung: Hildegund Schuster, Künstlerin, Wandmalerin wiss. Recherche und Kuratieren: Dr. E. von Dücker, Kunst- und Kulturhistorikerin

Adresse: 14 Objekte am nördlichen Elbufer in Altona-Övelgönne
Öffnungszeiten: ganztägig zu besichtigen von der Lawaetz-Stiftung bis zum Holzhafen
Verkehrsanbindung: Bus 112 Station Neumühlener Kirchenweg

Homepage:  www.frauenfreiluftgalerie.de
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