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Juden in Hamburg

- Historische Orte -

Ende des 16. Jahrhunderts kamen überwiegend aus Portugal sephardische Juden nach Hamburg, da sie in ihrem Heimatland verfolgt wurden. Es folgten Ansiedlungen in den damals noch selbständigen Städten

  • Altona – noch heute weist der Jüdische Friedhof in der Königstraße darauf hin. Vom 2011 zeigte die Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg eine Ausstellung über ein Stück Land an der heutigen Königstraße in Altona, das am 31. Mai 1611 von portugiesischen Kaufleuten erworben worden war. Sie erzählte von den unterschiedlichen Bestattungskulturen im konservativen Hamburg und im aufgeschlossenerem Altona ebenso wie zwischen den Lutheranern und den Juden der damaligen Zeit. Des Weiteren berichtet die Ausstellung von der Notwendigkeit, das Gelände „auf Ewigkeit“ zu erwerben bis hin zur heuten Entwicklung: diese jüdische Grabstätte ist ein Kandidat für das Weltkulturerbe der UNESCO. Sie versucht zu erklären die Unterschiede der vor vierhundert Jahren von den Sefarden verwendeten liegenden und schweren Grabplatten, versehen mit portugiesischen Inschriften und bildreichem Reliefschmuck um Gegensatz zu den aufrecht stehenden und oftmals reich verzierten Grabsteinen mit überwiegend hebräischen Inschriften im aschkenasischen Teil. Der Eintritt ist mit Zustimmung der Stiftung Denkmalpflege Hamburg frei. In Blankenese gab es ein Judenhaus. Die dort kasernierten jüdischen Bewohner*innen wurden 1942 abgeholt und über den heutigen Gedenkort Hannoverschen Bahnhof nach Theresienstadt deportiert.

 

  • Harburg und Wilhelmsburg wurden verwaltet vom Herzog von Braunschweig-Lüneburg. Die ersten jüdischen Siedler erhielten Anfang des 17. Jahrhunderts vom ihm einen noch heute erhaltenen Schutzbrief. 1856 kauften die Brüder Albert und Louis Cohen, Söhne aus einer jüdischen Bankiersfamilie, Flächen in Harburg auf und errichteten das bekannte gewaltige Fabrikgebäude der Harburger Gummiwarenfabrik Phoenix AG. Die Harburger Synagoge in der Eißendorfer Straße wurde 1863 geweiht. Der Gottesdienst mußte 1936 eingestellt werden und das Gebäude wurde alsbald danach abgerissen. Lediglich das rekonstruierte Portal der Synagoge ist mit zwei Tafeln versehen als Denkmal 1988 eingeweiht worden und ist vor Ort sichtbar. Der jüdische Friedhof befand sich an der Schwarzenbergstraße.

 

  • Wandsbek war Teil von Holstein und wurde erst 1937 eingemeindet. Die jüdische  Gemeinde war klein, ihre Synagoge befand sich in der heutigen Königsreihe und wurde 1840 geweiht. Auch hier wurde in der Reichsprogromnacht die Synagoge zerstört und 1939 aufgegeben. Der jüdische Friedhof (8.Foto) besteht noch; er befindet sich an der Kattunbleiche visasvis vom Staatsarchiv.

 

In der sogenannten „Dreigemeinde A-H-W“ schlossen sich die aschkenasischen Gemeinden von Hamburg, Altona und Wandsbek 1671 zu einem Verbund zusammen.1925 lebten im Hamburger Umfeld ca. 20.000 Juden.

Die ehemalige jüdische Talmud Tora Realschule - benannt nach dem Kaufmann und Talmud-Gelehrten Mendel Frankfurter und mit Standort Kohlhöfen, somit unweit der Synagoge an der Poolstraße - bestand von 1805 bis 1942. Aufgrund der wachsenden Gemeinde wurden die Schulräume zu beengt und ein Neubau erforderlich. Mit der Anschubfinanzierung durch den Bankier Moritz M. Warburg konnte das Grundstück unter Grindelhof 30 erworben und die Neue Synagoge gebaut und 1911 eröffnet werden (1.+ 2.Foto). Sie liegt unmittelbar neben der ehemaligen Synagoge am Bornplatz in Stadtteil Rotherbaum. Dort lebten vor dem Zweiten Weltkrieg etwa 70 % der Hamburger Juden. Zu diesem Personenkreis gehörten auch die Familien Hertz und Warburg, das Familie Jacs und Elsa Wolff geb. Schirmer mit ihren Kindern Lisa, Eberhard und Inga sowie die Schwestern Dolck.

 

Doch die Rechte der jüdischen Mitbürger wurden mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten ab 1933 stark eingeschränkt, ihre Bücher in Eimsbüttel verbrannt und ihre Synagogen zerstört. Während der Novemberpogrome wurden am 10. 11.1938 das gesamte Kollegium und einige der älteren Schüler*innen der Talmud-Tora-Schule verhaftet. Nachfolgend wurde sie geschlossen und die verbliebenen Schüler*innen mit denen der Israelischen Töchterschule im Karolinenviertel zusammengelegt (3.Foto).

Seit 2007 wird das Gebäude im Grindelviertel von den Schüler*innen der Joseph-Carlebach-Schule genutzt - benannt nach dem letzten Oberrabbiner Hamburgs. Seit 2011 ist sie eine anerkannte  Stadtteilschule. Erst 2020 folgte die staatliche Anerkennung auch der Oberstufe.

 

 

Auf das staatlich organisierte Novemberpogrom - der "Reichskristallnacht" folgte der massive Druck auf die jüdischen Firmeninhaber*innen, ihre Geschäfte an nichtjüdische Interessenten meist unter Wert zu verkaufen und ihre Wohnungen zu räumen. Die sogenannte "Arisierung" (alles in die Hände von Deutschstämmigen) folgte. 1938 wurde die Hauptsynagoge der Deutsch-Israelitischen Gemeide zu Hamburg am Bornplatz durch die Nationalsozialisten zerstört. Heute sind die Umrisse der Synagoge im Erdreich eingelassen (4.Foto) und erinnern an das Geschehen.

Mehr als zehntausend Hamburger Juden mussten zwischen 1933 und 1945 vor den Nazis flüchten und ihre Hansestadt verlassen. Doch kaum ein Staat war bereit, oftmals durch die überstürzte Flucht zumeist mittellosen jüdischen Flüchtlinge aus Deutschland aufzunehmen. Lediglich ein Ort - Hamburgs jetzige Partnerstadt Shanghai - nahm Emigranten ohne Visum auf. Von den Verbliebenen wurde ab 1941 wohl 5.000 Juden aus Hamburg deportiert und ein Großteil von ihnen in den Vernichtungslagern ermordet. Insgesamt kamen etwa 8.000 Hamburger Juden ums Leben. Der Gedenkort Bornplatz unweit der Universität Hamburg sowie die Ruine an der Poolstraße (5.Foto) sind noch heute Zeitzeugen der Gräueltaten. In diesem Zusammenhang wird auf die Gedenkstätte KZ Neuengamme und an den Gedenkort Kinder vom Bullenhuser Damm hingewiesen.

 

Erst nach Kriegsende gründete sich 1945 die Gemeinde von Überlebenden der Shoah (= nationalsozialistischer Völkermord an den Juden Europas) und errichtete 1960 eine neue Synagoge Hohe Weide (9.Foto).  Ein gleichartiger Bau besteht auch in der Bernadottestraße in Hamburg-Othmarschen.

Als weitere ehemalige Synagogen ebenfalls heute noch erkennbar sind die

Das Gebäude der Kammerspiele in der Hartungstr. 9-11 war bis 1942 Sitz des Jüdischen Gemeinschaftsheim, der Jüdische Loge und des Jüdische Kulturbundes.

Neben den bereits genannten sind noch erwähnenswert die geschlossenen jüdischen Friedhöfe:

  • Friedhof Bornkampsweg (1880-lfd.) mit de Gräbern u.a.von Charlotte Embden geb. Heine, der Schwester von Heinrich Heine sowie Pius Warburg (1816-1900),
  • Friedhof Bahrenfeld (1883-lfd.), Nachfolgefriedhof nach der Schließung des Friedhofs an der Königstraße in Altona-Altstadt,
  • Friedhof Langenfelde (1883-1943),
  • Friedhof Jenfelder Straße (1887-1942) in Tonndorf-Wandsbek.

Hinweisschilder finden sich

  • An der Verbindungsbahn / Ecke Rentzelstraße: Gedenkstein für den ehemaligen Jüdische Friedhof am Grindel ; er mußte 1937 auf Druck der Nazis aufgegeben werden und alle Gräber wurden umgebettet auf den jüdischen Friedhof Ilandkoppel (7.Foto) in Ohlsdorf.
  • Parkanlage zur Beneckestr.: AN DIESEM ORT STAND DIE NEUE SYNAGOGE [Hamburger Tempel]. SIE WAR DER ERSTE SYNAGOGENBAU IM GRINDELVIERTEL UND WURDE 1895 IM HOF DER EHEMALIGEN BENECKESTR. 4 ERRICHTET UND EINGEWEIHT (10.Foto).
  • Vorplatz zur Uni Hamburg: PLATZ DER JÜDISCHEN DEPORTIERTEN (1933)
  • Kaiser-Friedrich-Ufer / Ecke Heymannstraße: MAHNMAL ZUR ERINNERUNG AN DIE VERBRENNUNG BÜCHER VON VERFEMTEN AUTOR*INNEN IN DEUTSCHLAND (15.05.33)

Bekannte Persönlichkeiten waren u.a.

  • Salomon Heine (1767-1844) / Mitglied des Tempelvorstandes der ersten Synagoge sowie Förderer,
  • Felix Mendelsohn Bartholdy (1809-1847) / Komponist,
  • Mary Marcus (1844-1930) / Direktorin der Israelitischen Töchterschule
  • Moritz Henle (1850-1925) / Kantor und Chorleiter im Hamburger Tempel und Caroline Henle (1882-1943 im KZ Theresienstadt ermordet),
  • Carl von Ossietzky (1889-1938) / Journalisten (Herausgeber der „Die Weltbühne“), Friedensnobelpreisträger,
  • Ida Ehre (1900-1989) / Direktorin der Kammerspiele,
  • Ralph Giordano (1923-2014) / Schriftsteller.

 

Das wissenschaftliche Institut für die Geschichte der deutschen Juden wurde 1966 in Hamburg gegründet. Es besitzt Archivalien der jüdischen Gemeinden in Hamburg, Altona und Wandsbek, die während der NS-Zeit glücklicherweise nicht vernichtet bzw. danach nicht vollständig nach Israel übergeben worden sind. Denn Mikroverfilmung der abgegebenen Dokumente etc. erlauben es bis heute, dass auch in Hamburg anhand dieser Unterlagen geforscht werden kann.

Ein Forschungsprojekt lag in den Händen von Frau Prof. Dr. Miriam Rürup (*1973). Dort geht es u.a. um die Verfilmung des Zuckmayer-Stücks "Der Hauptmann von Köpenick" von 1956, bei der die Außenaufnahmen am heutigen Institutsgebäude am Schlump entstanden sind. An der Produktion beteiligte sich die jüdischen Mitbürger Walter Koppel und Gyula Trebitsch.

 

Doch auch die Gegenwart ist ein Thema, da sich das jüdische Leben mit seiner vielfältigen Kultur in Hamburg wieder entwickelt hat.

Durch Zuwanderung besteht die Gemeinde 2020 aus über 3.000 Mitgliedern.

Adresse: diverse Standorte

Homepage:  ohne
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