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Die Fotos wurden uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt von der Pressestelle der Kulturbehörde Hamburg

Hamburger Denkmäler auf dem Weg zum Weltkulturerbe

- Weltkulturerbe-Status -

Aufnahme des Kontorhausviertels mit Chilehaus und angrenzender Speicherstadt in die UNESCO-Liste des Kultur- und Naturerbes der Welt:   05.07.15  - 1. Weltkulturerbe für Hamburg und die 40. Stätte in Deutschland nach Nominierung 2014

Die Speicherstadt entstand zwischen 1885 und 1927 als völlig neu konzipierte Zweitbebauung mit neuem  Stadtgrundriss anstelle eines ehemals barock geprägten Quartiers als rigorose Modernisierungsmaßnahme. Mit ihren zahlreichen historischen Speicherbauten des ausgehenden 19. und des 20. Jahrhunderts, ihrer spezifischen funktionalen, baulichen und städtebaulichen Struktur mit Eisenbahnanschlüssen, Straßen, Wasserstraßen und zwischengeschalteten Bauten bildet die Hamburger Speicherstadt das größte zusammenhängende, einheitlich geprägte Speicherensemble der Welt.

Das Kontorhausviertel  wird insbesondere geprägt durch das Chilehaus sowie den Meßberghof, Sprinkenhof und Mohlenhof. Es ist eines der eindrucksvollsten Stadtbilder der 1920er Jahre in Deutschland und das erste reine Büroviertel auf dem europäischen Kontinent. Das Chilehaus ist die signifikanteste baukünstlerische Leistung des deutschen Backstein-Expressionismus.

Beide Viertel dokumentieren den systematischen Transformationsprozess, den die Hamburger Innenstadt seit dem Ende des 19. Jahrhunderts von ursprünglich durchmischten Wohn- und Arbeitsquartieren zu monofunktionalen Dienstleistungsvierteln für den Welthafen Hamburg durchlief. Bauhistorisch spiegeln die Viertel eindrucksvoll und in einmaliger Konzentration und Größenordnung die Entwicklung der europäischen Architektur Ende des 19. bzw. in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wider. Aber auch neue Ideen der funktionalen Reorganisation der Stadt auf dem Weg zur Moderne, die jeweils für neue logistische Anforderungen im Güterumschlag wie für die organisatorische Abwicklung des Handels optimiert waren. Zudem machen sie den Rang deutlich, den der Hamburger Hafen und der hiesige Außenhandel seinerzeit im internationalen Vergleich innehatte.

Zeitplan: Zurzeit werden im Denkmalschutzamt mit Unterstützung verschiedener Fachleute die umfangreichen Antragsunterlagen vorbereitet, um sie im August 2013 zunächst zur Vorprüfung und dann Mitte Dezember 2013 zur endgültigen Abgabe auf den Weg zu bringen. Die Bundesrepublik Deutschland muss dann die Unterlagen pünktlich zum 01.02.14 bei der UNESCO-Welterbe-Kommission in Paris vorlegen. Im Laufe des Jahres 2014 wird dann eine Experten-Kommission von ICOMOS-International (Intenational Councel of Monuments and Sites) nach Hamburg kommen, um im Auftrag der UNESCO ein Gutachten zum Welterbewert des Hamburger Ensembles zu erstellen, auf dessen Grundlage die Welterbe-Kommission dann Mitte 2015 über die Aufnahme.

 

Bergedorfer Sternwarte

Weltkulturerbe-Status: Gemeldet für die Aufnahme in die deutsche Tentativliste ab 2016.

Kurzbeschreibung: Die zwischen 1906 + 1912 entstandene Sternwarte in Bergedorf setzt sich aus einem Hauptdienstgebäude und drei Wohnbauten, mehreren Kuppelbauten, dem Sonnenbau und Hütten für die verschiedenen Teleskope sowie etlichen Nebengebäuden zusammen. Alle Gebäude sind auf einem parkartigen, ca. 70 ha großen Grundstück verteilt. Sie galt zur Zeit ihrer Entstehung als eine der modernsten und größten zeitgenössischen Sternwarten Europas. Modern war sowohl die Anlageform, d.h. die Aufteilung der Instrumente auf einzelne, verstreut liegende Gebäude, modern war aber vor allem die instrumentelle Ausstattung, die sowohl Teleskope für die klassische Astronomie als auch für die Astrophysik umfasst. Zudem dokumentiert sie mit der erhaltenen instrumentellen Ausstattung weltweit einmalig die technische, mit der astronomischen Wissenschaft einhergehende Entwicklung der Teleskoptechnik von etwa 1850 bis zur Gegenwart. Sie ist nahezu vollständig erhalten, weist eine repräsentative Architektur auf, kann in vielen Bereichen eine wesentliche Bedeutung für die wissenschaftliche Forschung für sich beanspruchen und ist noch heute Sitz des astronomischen Forschungsinstituts Hamburger Sternwarte, das 1968 der Hamburger Universität angegliedert wurde.

Es gibt nur wenige Sternwarten auf der Welt, die vergleichbare Merkmale aufweisen, wie z. B. die 1883-1894 errichtete Sternwarte in La Plata/ Argentinien. Für die Hamburger Sternwarte wird eine transnationale serielle Bewerbung zusammen mit der Sternwarte La Plata angestrebt. Erste Kontakte mit Argentinien sind bereits hergestellt. Die argentinische Regierung hat im Februar 2011 ihren Willen zu einer gemeinsamen Bewerbung der Sternwarte La Plata mit der Hamburger Sternwarte bekundet.

Zeitplan: Hamburg hat der Kultusministerkonferenz der Länder (KMK) in der vergangenen Woche offiziell die Hamburger Sternwarte für die Aufnahme in die deutsche Tentativliste gemeldet, d.h. für die Aufnahme in die „Liste der Kultur- und Naturgüter, die von der Bundesrepublik Deutschland zur Aufnahme in die UNESCO-Liste des Kultur- und Naturerbes der Welt angemeldet werden sollen.“ Stichtag für die Meldung ist der 01.08.12. Ob die Hamburger Sternwarte in die deutsche Tentativste aufgenommen wird, wird im Jahr 2014 von der KMK entschieden, nachdem im Laufe des Jahres 2013 eine international besetzte Expertengruppe die von den Bundesländern eingereichten Vorschläge auf ihren außergewöhnlichen universellen Wert hin untersucht hat.

 

Jüdischer Friedhof in Altona

Weltkulturerbe-Status: Gemeldet für die Aufnahme in die deutsche Tentativliste ab 2016.

Kurzbeschreibung: Die auf Ewigkeit angelegten jüdischen Friedhöfe sind häufig die einzig erhaltenen Sachquellen der Geschichte des Judentums. Ein herausragendes Beispiel dafür ist der in den Jahren 1611 bis 1616 am nördlichen Rand der ehemaligen Altstadt von Altona angelegte, knapp zwei Hektar große Jüdische Friedhof Altona Königstraße, der aufgrund seines erhaltenen, rund 8.100 Grabsteine bzw. Grabsteinfragmente umfassenden Grabmälerbestandes des 17. und 18. Jahrhunderts zu den herausragenden Kunst- und Kulturdenkmalen Europas gehört. Ein einzigartiges historisches, kunst- und kulturhistorisches Dokument stellt vor allem der portugiesische oder sephardische Friedhofsbereich dar, auf dem noch ca. 1.600 barocke, mit kunstvoll-verspielten Sprach- und Dekorationsmotiven verzierte Grabmale des 17. und 18.

Jahrhunderts vorhanden sind. Sie gehen zurück auf die im 16. und 17. Jahrhundert von der iberischen Halbinsel vertriebenen und nach Hamburg eingewanderten Juden. Vergleichbare Friedhöfe mit sehr ähnlicher Grabmalskunst sind nur noch in

  • Amsterdam Ouderkerk,
  • London,
  • Curacao,
  • Barbados,
  • Jamaika,
  • Surinam
  • und einigen anderen kleinen Karibikinseln

zu finden.

Hamburger strebt eine transnationale serielle Bewerbung für den Jüdischen Friedhof Altona Königstraße an, also eine Bewerbung zusammen mit internationalen Partnern. Erste Kontakte mit eventuellen Partnerländern, beispielsweise mit Surinam sind bereits hergestellt.

Zeitplan: Hamburg hat der Kultusministerkonferenz der Länder (KMK) in der vergangenen Woche offiziell den Jüdischen Friedhof in Altona  für die Aufnahme in die deutsche Tentativliste gemeldet, d.h. für die Aufnahme in die „Liste der Kultur- und Naturgüter, die von der Bundesrepublik Deutschland zur Aufnahme in die UNESCO-Liste des Kultur- und Naturerbes der Welt angemeldet werden sollen.“ Stichtag für die Meldung ist der 01.08.12. Ob der jüdische Friedhof in die deutsche Tentativ-Liste aufgenommen wird, wird im Jahr 2014 von der KMK entschieden, nachdem im Laufe des Jahres 2013 eine international besetzte Expertengruppe die von den Bundesländern eingereichten Vorschläge auf ihren außergewöhnlichen universellen Wert hin untersucht hat.

Adresse: Hamburg-Altstadt

Homepage:  ohne
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