Am 19. Juli jährt sich das Ereignis aus dem Jahre 1942, an dem die verbliebenen Bewohner vom Steubenweg 36 - heute Grotiusweg - das "Judenhaus" räumen mußten und vom Hannoverschen Bahnhof nach Theresienstadt deportiert wurden.
Der Verein zur Erforschung der Geschichte der Juden in Blankenese und die evangelische Kirche am Markt gedenken jährlich der Deportierten und derer, die sich schon vor dem Abtransport das Leben genommen hatten. Der Gottesdienst findet jeweils an dem den 19.07. nächstliegenden Sonntag statt
Mit der Ausstellung "Viermal Leben – Jüdisches Schicksal in Blankenese" im benachbarten Gemeindehaus der Blankeneser Kirche am Mühlenberg dokumentierte der Verein unterschiedliche Lebenswelten von Betroffenen. Es sind die ehemaligen Blankeneser Bürger
- Julius Asch (1914 - 1939) Unternehmer
- Sophie Jansen (1862 - 1942) Schriftstellerin
- Alma del Banco (1862 - 1943) Künstlerin - Mitglied der Hamburgischen Sezession
- Ida Dehmel (1870 - 1942) Mäzenatin
In einem Gedenkbuch sind 150 Namen mit Angaben über das jeweilige Schicksal enthalten - die Aufarbeitung ist bis heute nicht abgeschlossen. Unter anderen werden dort aufgeführt:
- Baer, Dr. jur. Walther (1894) , Direktor der Zinnwerke Wilhelmsburg und Dr. Flora geb. Levy (*1888)
- Lübbert, Prof. Dr. h.c. Hans (1870 - 1951) Ehrenbürger der Stadt Cuxhaven sowie Mitbegründer der Deutschen Seefischerei AG
- Warburg, Max M. (1867 - 1946) Bankier und Alice geb. Magnus (1873 - 1960),
Die 1920 erbaute Villa am Steubenweg 36 wurde von der damaligen Eigentümerin jungen Israeliten zur Verfügung gestellt zur Vorbereitung auf die Auswanderung nach Palästina (Hachschara).
1940 beschlagnahmte die Stadt Hamburg das Gebäude (über Zwangsversteigerung) und nutzte es bis 1942 als Judenhaus. Hamburger Juden, die aus ihren Wohnungen vertrieben worden waren, wurden hier bis zur Deportation in ein Konzentrationslager zwangsweise untergebracht.
