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HAMBURGER KAMMERSPIELE

Der jüdische Kaufmann Otto E. F. Pfennig ließ 1863 in der Hartungstrasse in Hamburg-Harvestehude ein Herrenhaus im klassizistischen Stil bauen. Später wurde es um das Nachbargebäude zu einem Jüdisches Logenheim erweitert und entwickelte sich zum Zentrum der jüdischen Gemeinde. 1935 wurde die Loge aufgelöst und der Veranstaltungsort von der Gestapo versiegelt und auf deren Anordnung 1937 verkauft. Dadurch wurden die Gebäude Sitz des Jüdischen Kulturbunds in Hamburg, das sie zu einem Theater umbauen ließ und das bis zu seiner Zwangsschließung 1941 noch Werke aufführte. 1942 wurden die Gebäude als Sammelstelle von den Nazis zweckentfremdet und von hier bis zu 375 Juden aus nach Auschwitz deportiert. Unter der Intendanz von Ida Ehre begann 1945 einen künstlerischen Neuanfang durch das "Theater der Menschlichkeit und Toleranz". Mit der Uraufführung von Wolfgang Borcherts "Draußen vor der Tür" feierte das Theater 1947 den ersten großen Erfolg. Bis zu ihrem Tod am 16. Februar 1989 stand sie als Prinzipalin dem Theater "Hamburger Kammerspiele" vor. Zwischenzeitlich ist das Theater wiederholt einen Eigentümer- bzw. Nutzer- und Intendanzwechsel erfahren müssen. 2002 wurden beide Gebäude renoviert, umgebaut und so erweitert, dass es den heutigen Ansprüchen eines modernen Theaters entspricht. Dem interessierten Gast bietet es nun Spielstätten sowohl im max. 420 Personen fassenden Theatersaal mit der Hauptbühne als auch im bis zu 120 Gästen fassenden, restaurierten Logensaal mit eigener Bühne. Auf die hier oftmals stattfindenden Lesungen der Hamburger Autorenvereinigung wird gerne hingewiesen (www.hamburger-autorenvereinigung.de).

Die angeschlossene Gastronomie vom "Künstlertreff" mit verglaste Terrasse und "Cafe Jerusalem" sorgt für das leibliche Wohl der BesucherInnen und halten neben üblichen Speisen - abends bei Live-Musik - für den Kuchenliebhaber manch appetitliches Tortenstück bereit. Nicht unerwähnt bleiben sollte die angeschlossene Buchhandlung "Kunst + Buch"

Der Ida-Ehre Platz liegt leider in der Innenstadt beim Traditionshaus "Uhren Becker" mit dem reizvollen Glockenspiel - ehemals ein Teilstück des Gerhardt-Hauptmann-Platzes. Hier wäre es klüger gewesen, den nahe gelegenen Hallerplatz mit einem neuen Namen zu versehen. Dem Architekten Martin Haller - auch beteiligt am Neubau des Hamburger Rathauses - verbleibt genug Ehre durch die Benennung der den Hallerplatz tangierenden Hallerstraße, die von den Grindelhochhäusern bis zu den Tennisanlagen an der Rothenbaumchaussee führt, auch Standort des Fernsehsenders "Hamburg1".

Adresse: 20146, Hartungstr. 9-11 (U1 Hallerstraße)
Verkehrsanbindung: U-Bahn U1 bis Station Mittelweg
Metrobusse 4 + 5 bis Station Grindelhof; danach 5 min Fußweg

Homepage:  www.hamburger-kammerspiele.de