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Coronavirus

Pandemie

1350 und 1712 waren Daten in Hamburgs Geschichtsschreibung, die mit Leid und Schmerz bis hin zum Tod verbunden waren. Anlass war der schwarze Tod, wie die damals neue Seuche genannt wurde. Medizinisch bekannt unter Pestilenz, heute unter Pest, eine hochgradig ansteckende Infektionskrankheit, die u.a. als Beulenpest oder als Lungenpest auftrat. Äußerlich zeigte sie sich durch schwarze Geschwülste an Armen, Beinen und am Hals, häufig spuckten die Kranken auch Blut.

Sie soll damals in China ihren Ursprung gehabt haben und eine vom Tier (Ratten, aber auch Eichhörnchen) zum Menschen und umgekehrt übertragbare Krankheit gewesen sein (Zoonose), die sich nachfolgend auch über Tröpfcheninfektion von Mensch-zu-Mensch weiter ausbreitete.

Die ersten Leichen wurden im ehemaligen Gerkenshof und dem Gängeviertel in der Neustadt ganz in der Nähe der St. Michaeliskirche entdeckt, ein eng bebauten Gebiet mit schmutzigen Gassen, fehlender Be- und Entwässerung, feuchten Behausungen und natürlich aufgrund der Hafennähe überbelegt von Einheimischen wie auch Seeleuten und Durchreisenden aus aller Herren Ländern. Erste Symptome ähnelten einer Grippe, gefolgt von Fieber und Kopfschmerzen. Große dunkle Beulen am Hals und in der Leistengegend verwiesen auf die Pest. Im 17. Jahrhundert errichtete eine bürgerliche Stiftung in St. Pauli am Hamburger Berg den Pesthof, ein Krankenhaus für die an der Pest erkrankten. Der sogenannte  „Pesthofkeller“ unter den denkmalgeschützten Häusern Clemens-Schultz-Straße 94-96/ Ecke Annenstraße 36 sowie Annenstraße 34 liegt zwar in diesem Gebiet, ist aber ein ehemaliger Eiskeller der Schlachterei Koopmann. Beerdigt wurden die Pesttoten auf einem der Friedhöfe vor dem Dammtor. Sie waren die Begräbnisplätze der innerstädtischen Hamburger Kirchengemeinden bzw. der Jüdischen Gemeinde, u.a. der vier Hauptkirchen St. Katharinen, St. Nikolai, St. Petri und St. Michaelis, aber auch der beiden Klöster St. Johannis und Mariae Magdalenen (damals mit Standort auf dem Grundstück der Börse am Adolfsplatz) und lagen damals außerhalb der Stadtmauern. Der Pestgrabstein in Planten un Blomen erinnert noch heute an diese Katastrophe (1.Foto).

 

2020 nun hat Hamburg – Deutschland – weltweit – die Menschheit mit einer neuen Epidemie zu kämpfen: dem Coronavirus / Corvid-19! Auch dabei soll Ursprungsland China gewesen sein, denn von dort kamen bereits  2019 die ersten Krankenmeldungen bis hin zu Todesfällen. Und auch hier soll die Tier - Mensch-Übertragung dazu geführt haben. So ist China bekannt für seine großen Märkte mit lebenden bzw. geschlachtetem Tier, u.a. Schlangen und Gürteltiere. Beide stehen in Verdacht, als Wirtstiere die Übertragung ermöglicht zu haben. Aus der Epidemie wurde eine Pandemie!

Zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie arbeiteten die Bundesregierung und die Bundesländer eng zusammen. Denn Maßnahmen auf dem Gesundheitsgebiet sind Länderangelegenheiten; gleichwohl sorgt die Bundesregierung durch Beratung über ihre Bundesbefugnisse hinaus um einen Gleichklang für und in alle*n Bundesländern. Denn die Bundesregierung wirkt mit diesen Regelungen massiv in die Grundrechte der Bevölkerung ein. Die Abwägung zwischen Grundrechten, z.B. der auf Körperlichen Unversehrtheit (Artikel 2 Absatz 2 Grundgesetz) zum einen und der Versammlungsfreiheit (Art.8 Abs.1 GG) bzw. dem Recht auf Freie Entfaltung der Persönlichkeit (Art. 2 Abs.1 GG) zum anderen als jeweiliges hohes Gut der Demokratie sind sorgsam untereinander abzuwägen.

Deshalb lassen sich europaweit die Regierenden von Wissenschaftler*innen verschiedener Disziplinen (u.a. Virologen) beraten. Zu grundlegenden Entwicklungen und Fragen unserer Zeit trägt in Deutschland die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina von 1652 in Halle / Saale ihr Wissen bei. Die Forschenden sprachen sich in ihrer Ad-hoc-Stellungnahme vom 21.03.2020 für einen strategischen "Dreiklang" gegen durch die die Pandemie ausgelösten Bedrohung aus:

  • Eindämmung der Epidemie durch einen sofortigen shutdown möglichst im gesamten Bundesgebiet,
  • Schutz der vulnerablen (also besonders gefährdeten) Bevölkerung (Alte ab dem 60.Lebensjahr und Kranke)
  • gezielten Kapazitätserhöhung im medizinischen Versorgungssystem (Atemschutzmasken, Beatmungsgerätschaft), begleitet von verstärktem Test sowie der Intensivierung der Forschung für geeignete Impfstoffe.

Die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten berieten in einer Telefonkonferenz in anbetracht dieser Einschätzung über notwendige Maßnahmen im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie und entschieden sich für erhebliche Einschränkungen der sozialen Kontakte bis nach den Osterfeiertagen, aber nicht für eine Ausgangssperre. Damit wurde der deutschlandweit temporäre 'Shutdown' für vorerst drei Wochen politisch entschieden - verbunden mit einer konsequenten Umsetzung von ABSTAND HALTEN bei einem Treffen von mehr als zwei Personen. Kindergärten, Schulen und Universitäten waren nun auch geschlossen. Ausgenommen waren Familien aus einem Wohnumfeld. Dagegen sollten Besuche von erwachsenen Kindern mit Enkelkindern bei Großeltern bewusst unterlassen werden aufgrund der Ansteckungsgefahr für die Risikogruppe Ältere ab 60. Einschränkungen ergaben sich damit zwangsläufig für Familienfeiern wie Hochzeit, Taufen, aber auch Sterbebegleitung.

Diese Regelung zwang viele der Firmen und Betriebe bis hin zu Einzelunternehmungen zur Schließung. Soweit möglich, wurde auf HOME-Office umgestellt. Lediglich Versorgungsunternehmen wie Bäcker, Apotheken und Baumärkte durften geöffnet haben.  Kurz vor Umsetzung der Maßnahmen begann ein RUN auf notwendige Lebensmittel: - Nudeln waren der Renner - sowie unverständlicherweise auf Toilettenpapier. Leere Regale zeigen den "Bedarf" der so dringend benötigten Waren (2. Foto)?!

Der Sport mußte seine Veranstaltungen absagen (Champions League, auch Olympia 2020 in Japan), ebenso diverse Groß-Kulturveranstaltungen. Doch auch für die heimischen Kultur- und Unterhaltungseinrichtungen wurde es zum Disaster. Zoos mussten schließen ebenso wie Sternwarten, Privattheater, Galerien und Kinos (7.Foto).Damit hat die Corona Virus-Pandemie die Welt - wie wir sie kennen - innerhalb kürzester Zeit grundlegend und dauerhaft verändert. Nur wenn Gesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zielgerichtete, ggfs. unkonventionelle Lösungen finden, wird ein Miteinander über zwei Personen hinaus zukünftig wieder möglich werden.

Und was bei der berechtigt heißen Debatte von Aktivisten für einen verbesserten Klimaschutz von den etablierten Altparteien incl. Wirtschaft selbst in Teilbereichen als für unmöglich abgetan wurde, ergab sich nun ganz von selbst. Nicht nur die öffentlichen Fußwege und Gebäude (Behörden, Kultureinrichtungen / 6.Foto) waren menschenleer. Auch auf den Straßen war kaum ein Fahrzeug zu sehen (3.+ 4.Foto), parkten die Flugzeuge auf den Startbahnen, blieben einige Kreuzfahrtschiffe ungenutzt oder wegen Corvid-19-Verdacht in Quarantäne vor Anker liegen. Lediglich der innerstädtische Busverkehr wurde aufrechterhalten (5.Foto).

 

In Hamburg haben am 19.03.2020 die Finanzbehörde, die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation, die Behörde für Kultur und Medien sowie die Behörde für Inneres und Sport einen Hamburger Schutzschirm für  Corona-geschädigte Unternehmen und Institutionen ins Leben gerufen. Neben dem milliardenschweren Hilfsprogramm sowie steuer- und arbeitsmarktpolitische Maßnahmen des Bundes legte der Senat mit der IFB ein Soforthilfeprogramm für kleine und mittlere Betriebe und Freiberufler*innen (Hamburger Corona Soforthilfe, HCS) auf, die der städtischen Corona-Allgemeinverfügungen entsprechen und  unmittelbar in eine existenzbedrohende Schieflage oder existenzgefährdende Liquiditätsengpässe geraten sind. Die Umsetzung der finanziellen Hilfen sollte unbürokratisch und ohne umfangreiche Bedarfsprüfungen zügig erfolgen. Dazu sollen Wohnungskündigungen vorerst generell untersagt werden. Die SAGA als größte Vermieterin der Stadt Hamburg hatte dazu Unterstützung für ihre Mieter*innen zugesagt für Fälle, dass es aufgrund von Kurzarbeit oder anderen Ursachen für Einnahmeausfälle zu Engpässen bei der Mietzahlung kommt.

Adresse: Hamburg - Bundesrepublik Deutschland - weltweit
Öffnungszeiten: rund um die Uhr

Homepage:  ohne
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