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St. Nikolai Kirche

Die im zweiten Weltkrieg zerstörte Hauptkirche St. Nikolai am Hopfenmarkt in der Neustadt (Cremon = fürstliche Stadt) wurde als Ruine belassen, um für den Frieden zu mahnen. Sie war eine der vier mittelalterlichen Hauptkirchen, erstmals 1195 erwähnt und in dem jetzt bekannten Stil der deutschen Hochgotik von 1846 bis 1874 vom Engländer G.G.Scott gebaut. Die anderen Hauptkirchen in der Altstadt (Grimm = bischöfliche Stadt) sind St. Petri (1195), St. Katharinen (1255) und St. Jacobi (1255). Der Michel in der Neustadt Nahe dem Bismarckdenkmal kam erst 1651 hinzu.

Die 1874 fertig gestellte dreischiffige St. Nikolaikirche aus Backstein hatte mit ihrem 145 m hohen Steinkirchturm den dritthöchsten in Deutschland. Auch er war stark beschädigt, wurde aber zusammen mit wenigen Teilen der ehemalige Außenmauern auf Initiative des damaligen Hauptpastors Dr. Hans-Otto Wölber durch private Spenden und öffentlichen Mitteln restauriert. Heute dient der Turm zusammen mit der Ruine des Kircheninnenraums als Gedenkstätte.
In der alten Turmruine hängt seit 1974 eine "schwarz-weiss Kopie" des Christus-Mosaikbildes "Ecce homines", deren Vorlage von Oskar Kokoschka - mit dem Hinweis: so sind die Menschen - gleichgültig und stumpf - gestiftet wurde. Das farbige Original befindet sich in der Hauptkirche St. Nikolai am Klosterstern und stellt die stärkste Verbindung zwischen dem Mahnmal und der neuen Hauptkirche her.

1993 wird das Mahnmal St.Nikolai Mitglied der Nagelkreuzgemeinschaft (siehe dazu auch www.nagelkreuzgemeinschaft.de). Symbol dafür ist ein aus zwei Zimmermannsnägeln zusammengefügtes Kreuz, dessen Original auf dem Altar in Coventry steht. Es gilt als Zeichen der Versöhnung und des Friedens.

Erwähnenswert sind die von 1865 bis 1890 in London von Clayton und Bell hergestellten farbenprächtigen Kirchenfenster. Sie wurden durch Kriegseinwirkung zerstört und erst ab 1982 durch Hamburger Bürger restauriert. Leider ist nur ein kleiner Teil im hamburgmuseum zu sehen. Eine ansehnliche Zahl der herrlichen Kirchenfenster liegt an einem nicht zugänglichen Ort. Dafür ist die frühere Krypta zugänglich. Deren Eingang in Form einer kleinen Glaspyramide ist leicht zu finden. Dort finden regelmäßige Ausstellungen statt. Und der erst 2005 durch eine private Spende im Turm eingebaute Fahrstuhl gestattet eine herrliche Aussicht über die Hamburger City, die Speicherstadt und die HafenCity.

Adresse: Willy-Brandt-Str. 60

Homepage:  www.mahnmal-st-nikolai.de