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St. Nikolai Kirche

- Mahnmal -

Die im zweiten Weltkrieg zerstörte ehemalige Hauptkirche St. Nikolai am Hopfenmarkt  wurde als Ruine belassen, um für den Frieden zu mahnen. Sie war

  • eine der vier mittelalterlichen Hauptkirchen,
  • erstmals 1195 erwähnt
  • in dem jetzt bekannten Stil der deutschen Hochgotik von 1846 bis 1874 vom Engländer G.G.Scott gebaut.
  • und befindet sich in der Neustadt (Cremon = fürstliche Stadt).

 

Die 1874 fertig gestellte dreischiffige St. Nikolaikirche aus Backstein hatte mit ihrem 145 m hohen Steinkirchturm den dritthöchsten in Deutschland. Auch er war stark beschädigt, wurde aber zusammen mit wenigen Teilen der ehemalige Außenmauern auf Initiative des damaligen Hauptpastors Dr. Hans-Otto Wölber durch private Spenden und öffentlichen Mitteln restauriert.

Heute dient der Turm zusammen mit der Ruine des Kircheninnenraums als Gedenkstätte.

  • In der alten Turmruine hängt seit 1974 eine "schwarz-weiss Kopie" des Christus-Mosaikbildes "Ecce homines", deren Vorlage von Oskar Kokoschka - mit dem Hinweis: so sind die Menschen - gleichgültig und stumpf - gestiftet wurde. Das farbige Original befindet sich in der Hauptkirche St. Nikolai am Klosterstern und stellt die stärkste Verbindung zwischen dem Mahnmal und der neuen Hauptkirche her.
  • Am Kirchturm befindet sich 2013 eine 15x10m große Kunstinstallation "Ganz nach oben" von Mirja Grosskinsky

 

Außerhalb der Turmruine befinden sich Skulpturen von

 

  • Edith Breckwoldt (1937 - 2013):  "Friedensgebet" (2002), "Erdenengel" (2003) sowie"Prüfung" (2004),

 

  • Ulrich Rückriem (*1938): "Tempel" (1984), ein drei Meter hoher Granitblock auf dem Hopfenmarkt.

 

  • sowie eine kleine Glaspyramide als Eingang zur früheren Krypta. Dort finden regelmäßig Ausstellungen statt.

 

  • 2005 erhielt das Mahnmal durch eine private Spende einen im Turm eingebauten Fahrstuhl. Die anzufahrene obere Plattform gestattet eine herrliche Aussicht über die Hamburger City, die Speicherstadt und die HafenCity.

 

Einer der Hauptpastoren Heinz Beckmann (1877-1939) trat seinerzeit für die Gleichberechtigung der Theologinnen in der Kirche ein. Er liegt auf dem Friedhof Ohlsdorf begraben. Der Grabstein von ihm und seiner Schwester, der Oberschulrätin, Frauenrechtlerin und politikerin Emmy Beckmann (1880-1967) konnte nach Ablauf vor der Vernichtung gerettet werden und steht nun im Garten der Frauen.

Erwähnenswert sind auch die von 1865 bis 1890 in London von Clayton und Bell hergestellten farbenprächtigen Kirchenfenster. Sie wurden durch Kriegseinwirkung zerstört und erst ab 1982 durch Hamburger Bürger restauriert. Leider ist nur ein kleiner Teil im hamburgmuseum zu sehen. Eine ansehnliche Zahl der herrlichen Kirchenfenster liegt an einem nicht zugänglichen Ort.
 

1993 wurde das Mahnmal St.Nikolai Mitglied der Nagelkreuzgemeinschaft. Symbol dafür ist ein aus zwei Zimmermannsnägeln zusammengefügtes Kreuz, dessen Original auf dem Altar in Coventry steht. Es gilt als Zeichen der Versöhnung und des Friedens.

 
 

 

Die anderen Hauptkirchen in der Altstadt (Grimm = bischöfliche Stadt) sind St. Petri (1195), St. Katharinen (1255) und St. Jacobi (1255).

Der Michel in der Neustadt kam erst 1651 hinzu.

Adresse: Willy-Brandt-Str. 60 in 20457 Hamburg-Altstadt
Verkehrsanbindung: U3 Station Rödingsmarkt

Homepage:  www.mahnmal-st-nikolai.de
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