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St.Nikolai Kirche

- Mahnmal -

Die im zweiten Weltkrieg zerstörte ehemalige Hauptkirche St.Nikolai am Hopfenmarkt  wurde als Ruine belassen, um für den Frieden zu mahnen. Sie war

  • eine der vier mittelalterlichen Hauptkirchen,
  • erstmals 1195 erwähnt
  • in dem jetzt bekannten Stil der deutschen Hochgotik von 1846-1874 vom Engländer G.G.Scott (3.Foto) gebaut.
  • befindet sich in der Neustadt (Cremon = fürstliche Stadt).

 

Die 1874 fertiggestellte dreischifffige St.Nikolaikirche aus Backstein besaß mit ihrem 145m hohen Steinkirchturm den dritthöchsten Turm in Deutschland. Der war durch verheerende Bombenangriffe stark beschädigt worden (4.+ 7.Foto), konnte aber zusammen mit wenigen Teilen der ehemalige Außenmauern auf Initiative des damaligen Hauptpastors Dr. Hans-Otto Wölber und durch private Spenden und öffentliche Mittel erhalten und restauriert werden.

Heute dient der Turm zusammen mit den baulichen Resten des Kircheninnenraums als Gedenkstätte.

  • Im erhaltenen Teilt der Ruine vom Kirchenschiff hängt seit 1974 eine "schwarz-weiß Kopie" des Christus-Mosaikbildes "Ecce homines", deren Vorlage von Oskar Kokoschka (1886-1980 / 6.Foto) - mit dem Hinweis: so sind die Menschen - gleichgültig und stumpf - gestiftet wurde. Das farbige Original befindet sich in der Hauptkirche St.Nikolai am Klosterstern und stellt die stärkste Verbindung zwischen diesem Mahnmal und der neuen Hauptkirche her.

 

  • Nach alter Tradition erhielt St.Nikolai 1993 ein Glockenspiel aus 51 Glocken mit einem Gesamtgewicht von 13 Tonnen. Man nennt es Carillon, wird mechanisch an Stockspieltischen gespielt und ist von außen mittig im Kirchturm sichtbar.

 

  • Ebenfalls 1993 wurde das Mahnmal St.Nikolai Mitglied der Nagelkreuzgemeinschaft. Symbol dafür ist ein aus zwei Zimmermannsnägeln zusammengefügtes Kreuz, dessen Original auf dem Altar in Coventry steht. Es gilt als Zeichen der Versöhnung und des Friedens.

 

  • 2005 erhielt das Mahnmal durch eine private Spende einen im Turm eingebauten Panoramalift. Er ermöglicht die barrierefreie Auffahrt zu der in 76m Höhe gelegenen Aussichtsplattform und gestattet eine herrliche Aussicht über die Hamburger City, die Speicherstadt und die HafenCity.

 

  • Am Kirchturm befand sich 2013 eine 15x10m große Kunstinstallation "Ganz nach oben" von Mirja Grosskinsky.

 

  • Am 03. Mai 1945 kapitulierten die verantwortlichen Machthaber Hamburgs und übergaben dem britischen Brigadegeneral Spurling kampflos die Stadt. Jährlich am 8. Mai erinnern Politik + Gesellschaft an das Kriegsende mit dem Gedenken an die Nacht der Befreiung. 2020 wäre es der 75. Jahrestag gewesen.  Aufgrund der Corona-Pandemie konnte dieser Gedenktag nicht in geplanter Form stattfinden. 2023 findet das Gedenken auf dem Gelände des Mahnmals St. Nikolai statt. Kent Nagano und Mitglieder des Philharmonischen Staatsorchesters gestalten den „Tag der Befreiung“ musikalisch, es sprechen Hamburgs Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit, der Erste Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher und die Zeitzeugin Marione Ingram.

 

 

Außerhalb der Turmruine befinden sich Skulpturen von

 

  • Edith Breckwoldt (1937-2013 / 5.Foto):  "Friedensgebet" (2002), "Erdenengel" (2003) sowie "Prüfung" (2004),

 

  • Ulrich Rückriem (*1938): "Tempel" (1984), ein drei Meter hoher Granitblock auf dem angrenzenden Hopfenmarkt unweit des Vierländerin-Brunnen.

 

  • sowie vorübergehend eine kleine pyramidenförmige Kuppel aus Glas und Stahl als Eingang zur früheren Krypta. Dort eröffnete im September 2013 die Dauerausstellung "Operation Gomorrha" und erinnert an die verheerenden Luftangriffe im 2.Weltkrieg vor siebzig Jahren. Die Glaspyramide wurde abgebaut.

 

    Erwähnenswert sind auch die von 1865-1890 in London von Clayton and Bell hergestellten farbenprächtigen Kirchenfenster. Sie wurden durch Kriegseinwirkung zerstört und erst ab 1982 durch Hamburger Bürger restauriert. Leider ist nur ein kleiner Teil im hamburgmuseum zu sehen. Eine ansehnliche Zahl der herrlichen Kirchenfenster liegt an einem nicht zugänglichen Ort.  

     

     

    Einer der Hauptpastoren Heinz Beckmann (1877-1939) trat seinerzeit für die Gleichberechtigung der Theologinnen in der Kirche ein. Er liegt auf dem Friedhof Ohlsdorf begraben. Der Grabstein von ihm und seiner Schwester, der Oberschulrätin, Frauenrechtlerin und Politikerin Emmy Beckmann (1880-1967) konnte nach Ablauf vor der Vernichtung gerettet werden und steht nun im Garten der Frauen.

       

     

    Die anderen Hauptkirchen in der Altstadt (Grimm = bischöfliche Stadt) sind St.Petri (1195), St.Katharinen (1255) und St.Jacobi (1255).

    Der Michel in der Neustadt kam erst 1651 hinzu.

     

     

    Adresse: Willy-Brandt-Str. 60 in 20457 Hamburg-Altstadt
    Verkehrsanbindung: U3 Station Rödingsmarkt

    Homepage:  www.mahnmal-st-nikolai.de
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