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St. Michaelis Kirche

- Hamburger Hauptkirche -

Die barocke Hauptkirche St. Michaelis mit der unverwechselbaren Kupferhaube auf dem 132 m hohen Turm ist das Wahrzeichen Hamburgs. Sie trägt liebevoll im Volksmund den Spitznamen „Michel“, ist aber dennoch aufgrund ihrer Funktion als derzeit noch einziges Wahrzeichen Hamburg herausragend unter den insgesamt fünf Hauptkirchen Hamburg, als da zu nennen sind St. Jacobi, St. Katharinen, St. Nikolai Kirche am Klosterstern - als „Nachfolgerin“ des jetzigen Mahnmals, der ehemaligen Hauptkirche St. Nikolai - sowie St. Petri. Zusammen prägen sie die Silhouette der Stadt. Ihnen haben sich alle (Hoch-)Bauten anzupassen, so auch die Elbphilharmonie, die weiteres Wahrzeichen Hamburgs werden soll.



Das Umfeld mit den Krameramtsstuben, den mit ansprechender Ornamentik versehenen Durchgängen sowie den Gedenktafeln und Glocken im unmittelbaren Umfeld begleiten den Besucher bis zum Haupteingang. Darüber steht eine Abbildung des Namensgebers, der Erzengel Michael; er gilt als der mächtigste Erzengel, dessen Name „Wer ist wie Gott“ bedeutet (abgeleitet aus dem hebräischen ‚Mikha-el’). Er ist wohl der bekannteste unter allen Engeln und Erzengeln und gilt als kraftvoller Schutzengel sowie Erretter aus Gefahrensituationen. Deshalb wird er oft mit Schwert und Rüstung dargestellt, wie hier auch.

 

Durch den Haupteingang gehend führt eine Treppe hinab in eines der größten Gruftgewölbe Europas, in dem sich u.a. der Grabstein des sogenannten „Hamburger Bach“ Carl Philipp Emanuel Bach, Sohn von Johann Sebastian Bach befindet. Er übernahm 1768 als Nachfolger seines Paten Georg Philipp Telemann die Position des Kirchenmusikdirektors in Hamburg.

Ausgestattet mit einer exzellenten Akustik sowohl für Kammermusik-Ensembles als auch für Gesang, Sprechtheater und Rezitationen ist die Krypta für diese Veranstaltungen und insbesondere für Gottesdienste der Hauptkirche mit einer aus dem Jahr 1917 stammenden "Felix Mendelssohn Bartholdy Orgel" ausgestattet worden.

 

Eine andere Treppe führt zur Aussichtsplattform in 82 m Höhe. Unmittelbar darunter befindet sich die Turmuhr mit einem Durchmesser von 8 m. Sie ist damit und mit dem langen Zeiger von 5 m sowie dem kleinen von 3,6 m die größte Turmuhr in Deutschland. Sie wird begleitet von 6 Glocken und 2 Schlagglocken. 

In diesem Bereich befinden sich auch der 7. Boden des Turms, versehen mit Fenstern für die vier Himmelsrichtungen. Beginnend mit dem Ostfenster bläst der Türmer in alter Hamburger Tradition  täglich um 10.00 + 21.00h vier Choräle auf seiner Trompete. Diese über 300-jährige Tradition signalisierte in früherer Zeit das Öffnen bzw. Schließen der Stadttore.

Vom Haupteingang geradeaus geht es zum 72m langen, 51m breiten und 27m hohen Kirchenraum, in dem 2.500 Gläubige Platz finden können. Er ist mit drei Orgeln ausgestattet, die nach dem Umbau technisch miteinander verbunden werden:

  • die Steinmeyer-Orgel auf der Westempore von 1962. Sie hat 5 Manuale, Pedal, 85 Register und 6.665 Pfeifen.
  • die Marcussen-Orgel auf der Nordempore von 1912. Sie hat 3 Manuale, Pedal, 45 Register und 3652 Pfeifen
  • und im Altarraum befindet sich die kleine Grollmann-Orgel. Sie hat ein Manual, Pedal, 4 Register und 224 Pfeifen. Sie wird aus liturgischen Gründen aufgegeben und durch den Neubau einer Carl Philipp Emanuel Bach-Orgel ersetzt werden.

Deren Standort ist gegenüber der Marcussen-Konzertorgel vorgesehen. Ziel ist es, ein Instrument zu installieren, welches sich seitens seiner Orgeltechnik, seiner Disposition und seiner Windversorgung an barocken Klangidealen orientiert. So kann Hamburg der herausragenden Bedeutung von Carl Philipp Emanuel Bach für die Stadt und insbesondere für St. Michaelis gerecht werden und an frühere Musiktraditionen Hamburgers anknüpfen.

 

Von 1763 sind nur noch der Taufstein aus weißem Marmor und der Gotteskasten erhalten. Letzterer ist ebenfalls mit dem den Drachen bezwingenden Erzengel Michael geschmückt.

 

Der Michel zeigt sich sehr zeitnah. So findet jährlich ein Motorradgottesdienst in der Hamburger Hauptkirche St. Michaelis statt. Waren es zu Beginn noch unter 500 Teilnehmer, entwickelte es sich mit über 40.000 Besuchern zu der weltgrößten Veranstaltung dieser Art. Aufgrund der begrenzten Anzahl von Plätzen im Kircheninneren wird der traditionelle Gottesdienst alljährlich nach außen auf eine ca. 20 m² Videowand übertragen. Die ehemalige Ost-West-Straße (mittlerweile umbenannt in Ludwig-Erhardt-Straße bzw. Willy-Brandt-Straße) wird zum öffentlichen Parkplatz für die Biker und ist zeitweilig für den Durchgangsverkehr zur HafenCity bzw. Richtung Reeperbahn gesperrt. Mit dem Gottesdienst wird den vielen tödlich Verunglückten gedacht, wie eben Gedenken und Ermahnung Hauptziel dieser friedlichen Veranstaltung ist.

Die an die Teilnehmer ausgegeben gelben Bänder erinnert alljährlich erneut an diese Veranstaltung und an die Mahnung zum „sauberen Fahren“. Deshalb ist für jeden Fahrer Helm tragen Pflicht und Alkoholgenuss verboten! Nach Abschluss des Gottesdienstes folgt die gemeinsame Abfahrt des spektakulären Konvois durch die Stadt Richtung BAB A 7. Selbst nicht Begeisterte lassen sich durch die Vibration der Motoren begeistern, unterstützt vom Knattern und Hupen der teilnehmenden Fahrzeuge und dem Lachen und Johlen der zahlreichen Zuschauer entlang der Fahrstrecke.

 

 

Geschichtlich ist kurz zusammengetragen, dass im Juli 1647 Senat und Bürgerschaft Hamburgs den Beschluss fassten, unter Leitung des Baumeisters Christoph Corbinus und nachfolgend des Baumeisters Peter Marquard eine weitere Hauptkirche zu bauen. Im Jahre 1685 wird St. Michaelis in Hamburg Neustadt fertig gestellt und geweiht. Die Einwohnerzahl lag dort damals bei rund 20.000.

 

Am 10. März 1750 brannte der Michel erstmals bis auf die Grundmauern nieder, doch bereits am 29. Juni 1751 der Grundstein für den Wiederaufbau der großen St. Michaeliskirche gelegt. Insbesondere unter Leitung des Kirchenbauers Ernst Georg Sonnin wurde die Kirche neu errichtet und am 19. Oktober 1762 erneut eingeweiht.

 

Als am 3.Juli 1906 Arbeiter an der Südseite des Turms einige Kupferplatten erneuern, entwickelte sich durch eine eingesetzte Benzinlötlampe ein Schwelbrand. Trotz Feueralarm brannte die St. Michaeliskirche erneut nieder. Durch erneuten Bürgerschaftsbeschluss konnte der Wiederaufbau der Kirche nach alten Plänen fast vollständig in alter Gestalt aufgebaut und am 19.Oktober 1912 wieder einmal eingeweiht werden.

 

Erhebliche Reparaturmaßnahmen begleiten die Hauptkirche bis heute verbunden mit dem ständigen Werben um Spenden aufgrund der erheblichen Kosten.

 

Adresse: Englische Planke 1 20459 Hamburg
Telefon: (040) 37 67 8 - 0
Öffnungszeiten: täglicher Gottesdienst um 12.00h mit Orgelmusik

Homepage:  www.st-michaelis.de
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