
Die erste Flussbadeanstalt Hamburg entstand bereits 1793 an der Binnenalster. Ein mehr floßähnliches Schiff war mit Treppchen für den Wassereinstieg und Kabinen ausgestattet worden und damit eines der ersten seiner Art in Deutschland. Auf Anregung der Patriotischen Gesellschaft entstand um 1850 am Schweinemarkt das erste Hamburger Hallenbad - die Pläne dazu hatte Sir Walter Lindley entworfen. 1912 entwarf Fritz Schumacher als Architekt (u.a. auch für die Gebäude: Finanzbehörde, HfBK, hamburgmuseum, Johanneum) die Pläne für das Holthusenbad parallel zu der Zeit, als er als Hamburgs bekanntester Stadtplaner den Bau der Hamburger Hochbahn auf der Ringlinie vorantrieb.
Als Ersatz für ein weiteres Flussbad an der Alster wurde 1914 das mit zwei Hallenbädern ausgestattete dreiflügelige Holthusenbad mit "eingebautem" Standesamt und einer Bibliothek eröffnet. Das Gebäude besaß ein Mansardendach, das um einen weithin sichtbaren so genannten Dachreiter (Türmchen; hier für die Entlüftung) ergänzt worden war. Das Äußere entsprach dem damaligen Zeitgeist des Backstein-Expressionismus (entsprechend Chilehaus oder Planetarium von Fritz Höger). Ein Warmwasser - Außenbad ist später hinzugebaut worden. Benannt ist das Bad nach Prof. Hermann Holthusen (1886 - 1971), Radiologe und später Ärztlicher Direktor des AK St. Georg.
Gegenüber befindet sich die denkmalgeschützte U-Bahn Station Kellinghusenstraße, ebenfalls aus Backstein gebaut und verziert um keramische Wandgestaltungen und ansprechende Bänder aus Klinkerstein - so genannter Klinker-Tapete. Die Station wurde von den Architekten Ludwig Raabe und Otto Wöhleke entworfen, wie viele andere Stationen in Hamburg auch ( St. Pauli Landungsbrücken, Mundsburg, aber auch Eingang zum Alten Elbtunnel). Die kleinteilig verglaste Verbindungsbrücke am anderen Ende der Station entstand 1926 nach dem Entwurf von Walter Purlitz. Die Ringlinie der Hamburger Hochbahn / HHA (heute HVV) verbindet u.a. die Stationen Barmbek ( Museum der Arbeit), Borgweg ( Stadtpark mit Planetarium), Hoheluftbrücke ( Hoheluftschiff), Landungsbrücken ( Alter Elbtunnel), Baumwall (Skulptur von Sir Lindley), Rathaus und Hauptbahnhof ( HÖB). Das Gelände rund um die Station einschließlich gleichnamigen Parks gehörte früher zum Landsitz von Dr. Heinrich Kellinghusen (1796 - 1879), einem ehemaligen Hamburger Ersten Bürgermeister.
| Adresse: |
Goernestraße 21 20249 Hamburg |
| Verkehrsanbindung: |
U1 oder U3 bis Haltestelle Kellinghusenstraße oder Bus 25 bis Haltestelle Kellinghusenstraße |