Das Museum für Hamburgische Geschichte wurde zwischen 1914 - 22 von dem stadtgestalterisch wegweisenden Architekten Fritz Schumacher auf Flächen der Bastion Henricus (17. Jahrhundert) gebaut, eine frühere Befestigungsanlage entlang des Wallrings. Dieser beeindruckende dreiflügelige Backsteinbau öffnet sich Richtung Holstenwall mit einem Ehrenhof. Die markante Mansardendachkonstruktion ziert ein Turm, der wie ein Leuchtturm gestaltet ist.
Ein großer Skulpturenhof im Inneren des Gebäudes wurde 1989 von den Architektengruppe gmp durch eine filigrane Glasüberdachung für zusätzlichen Ausstellungen und Konzerte nutzbar gemacht. Dort befindet sich auch ein in das Museumsgebäude integrierte Fassadenelement: das Renaissacceportal der St. Petri-Kirche aus der Zeit um 1600. Die Kirche war beim Großen Brand von 1842 nahezu vollständig abgebrannt.
Die heute so wertvollen Bestände des Museums gehen auf die Sammlungsaktivitäten des Vereins für Hamburgische Geschichte von 1839 zurück, der nach dem Abriss zweier Klöster und des Hamburger Domes Bruchteile der Architektur sicherstellte und bis zum Umzug ins Museum (1922) nur provisorisch untergebracht waren.
Seitdem wird die Sammlung kontinuierlich ergänzt und ihre Darstellung der Exponate der letzten 1200 Jahre neu konzipiert. Aufwändige Modelle (auch der neuen HafenCity), große Inszenierungen (im Frühjahr 2012 die Ausstellung die Große Flut von 1962) sowie viele Archivalien und Bilddokumente stellen Hafen, Schifffahrt, Alltag, Kultur und Stadtentwicklung anschaulich dar.
Das Entstehen erster Fabriken, soziale und politische Konflikte, etwa in der Hafen- und Schifffahrt, die hamburgische Arbeitswelt des 19. Jahrhunderts inklusive der Arbeiterbewegung, das Leben und die Tradition der Juden in Hamburg sind weitere Themen des Museums. Und natürlich nicht zu vergessen die größte Modelleisenbahn in Spur 1 in Europa, die Krameramtsstuben mit den Witwen-Wohnungen aus dem 17. Jahrhundert sowie das Schloss Bergedorf als einzig erhaltene Wasserburg auf Hamburger Stadtgebiet.
