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Steubenhöft / Cuxhaven

- Metropolregion -

Es begann um 1600 - so die Siedlungsgeschichte von Cuxhaven. Wikingerfunde wie auch römische Gebrauchsgegenstände aus Metall lassen den Schluß zu, dass sich auf diesem weit in die Nordsee ragende Geestrücken ab dieser Zeit belegbar Handels- und Siedlungsaktivitäten entwickelten.

Bereits 1615 hatte die Stadt Hamburg erste "Start ups" für den Bau eines Seehafens auf Neuwerk bzw. im Hafen beim Amt Ritzebüttel noch nicht online gestellt - das gab es noch nicht -, aber an die lange Planungsleine gelegt. Nicht zu vergessen, dass dieser Teil des heutigen Bundeslandes Niedersachsen damals zur Freien und Hansestadt Hamburg gehörte (bis 1992).

Der Amtmann Abendroth - und spätere Hamburger Bürgermeister - war es dann, der um 1818 maßgeblich den Ausbau von Hafenanlagen vorantrieb:

  • 1872 der Englische Hafen mit Gleisanbindung als Vorläufer des heutigen Amerikahafens und benannt nach dem englischen Architekten und Ingenieur Alfred Giles (1853-1920). Dessen Versuch scheiterte, eine Hafenanlage mit einem Tiefgang von 7m (!) für bis zu 200 Schiffe "größerer Gattung" zu realisieren.

 

  • der Ausbau des Alten Hafen mit einem Tiefgang von 4m unter mittlerem Niedrigwasser, der den Vorstellungen Hamburg entsprach: keine Konkurrenz zum Hamburger Hafen. Durch ihn hatten die Fischerboote und Fahrzeuge von Zoll und Wasseraufsicht einen geschützten Raum insbesondere während der Wintermonate. Bis zur Klappbrücke galt ein Teil als Freihafen und war damit Zollausland.

 

  • 1902 war der Neue Hafen fertiggestellt. In ihm befanden sich nun die Anlagen für die Überseeverkehrslinie Hamburg - Amerika. Begrüßt wurden die Passagiere und Kreuzfahrer in den HAPAG Hallen mit Albert Ballins Wahlspruch „Mein Feld ist die Welt", der im Eingangsbereich angebracht war. Danach folgten sie den Weg durch die prachtvollen Salons, der Zollabfertigung innerhalb der überdachten Gangway hin zu ihren Passagierschiffen. Doch in Augenweite lagen in diesem neuen Amerikahafen auch dort stationierte Kriegsschiffe.

 

  • 1908 Ausbau der sich entwickelnden Fischindustrie auf Kosten Hamburgs zu einem Fischerei-Großmarkt mit Bahngleisanbindung. Es entstanden neun je 100m lange Hallen plus Arbeitsräume und Werkstätten. Heute befindet sich in einem Teil der ansprechend umgebauten Fischversteigerungshallen das Museum Windstärke 10.

 

  • 1912 wurde die Geburtsstunde von Steubenhöft eingeläutet. Am östlichen Hafenkopf der Seebäderbrücke entstand - gegenüber der Alten Liebe - ein 400m langer Landeplatz, an dem die damals bekannten Ozeanriesen wie Vaterland  und Imperator anlegten. Benannt wurde diese neue Anlegestelle für den Transatlantik-Linienverkehr nach Friedrich Wilhelm von Steuben (1730-1794 / preußischer Offizier und US-amerikanischer General). Noch heute findet alljährlich in New York die Steubenparade auf der Fifth Avenue statt.

 

1937 wurde durch das Groß-Hamburg-Gesetz die Flächen vom heutigen Bundesland Hamburg und den benachbarten Bundesländern Niedersachsen und Schleswig-Holstein neu geordnet. Für den Amerikahafen hatte sich Hamburg gleichwohl durchgesetzt und die Eigentumsrechte incl. Ausübung der Hoheitlichen Aufgaben gesichert.

  • 1947 beteiligte sich das Land Niedersachsen an dem Ausbau der Fischindustrie und ergänzte das Areal um eine 2000m große Lagerhalle für den Fischversand. In den Kellerräumen konnten bis zu 30.000 Fässer mit gefangenem Hering gelagert werden.

 

  • 1954 stellte Hamburg das durch Kriegseinwirkungen marode Steubenhöft nach kostenintensiven Umbauten in der heute bekannten Größe fertig. Die an den neuen Kaianlagen für die Be- und Entladung benötigten Kräne kamen natürlich von der Spezialfabrik Kampnagel.
  • Weiterhin nutzten große Passagierschiffe die Kreuzfahrtanlage. Doch am bekanntesten ist die 30.000 BRT große  Hanseatic der Hamburg-Atlantik-Linie. 1958 beginnt die "schöne Hamburgerin" - genauer: die TS Hanseatic ihre Jungfernfahrt nach New York. 1966 geriet das Kreuzfahrtschiff in Brand und wird zum Abwracken nach Hamburg geschleppt. Nach ihrer Verschrottung auf einer Werft in Altenwerder fanden Teile der Inneneinrichtung eine neue Heimat in einem Kaufhausrestaurant in der Mönckebergstraße.
  • Inzwischen ist das "Abfertigungsgebäude" mit dem Restaurant "Seestern" sowie der Ausstellung "Abschied nach Amerika" im ersten Stock vom Steubenhöft frei zugänglich. Auch die Aussichtsterrasse kann genutzt werden und gestattet Blicke auf die vorbeifahrenden Schiffe sowie auf die Alte Liebe. Von dort starteten bis 2006 die Seebäderschiffe "Bunte Kuh" und "Wappen von Hamburg" der HADAG (Hamburger Hafen-Dampfschiffahrt AG).

 

  • 1961 stimmte die Stadt Cuxhaven und 1962 das Bundesland Niedersachsen dem "Cuxhaven-Vertrag" mit Hamburg zu. Hamburg erwarb damit Wattflächen sowie die beiden Inseln Neuwerk + Scharnhörn in einer Gesamtgröße von 95km². Niedersachsen erwarb innerstädtische Flächen für den Ausbau des Neuen Fischereihafens und den Bau einer Seeschleuse. Hamburgs geplantes Hafenbauprojekt Europort - ein Tiefwasserhafen bei Scharhörn im Niedersächsischen Wattenmeer - besaß damit die erforderlichen Grundstücksflächen. Doch die Planungen wurden 1979 seitens Hamburg aus ökologischen Gründen eingestellt und nun das Vorhaben Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer vorangetrieben.
Adresse: Albert-Ballin-Platz 1 in 27472 Cuxhaven
Verkehrsanbindung: Kopfbahnhof Cuxhaven der DB

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