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Stadthöfe

- Historischer Ort -

Die Stadthöfe sind seit Anfang 2018 eine weitere Passage in Hamburgs City. Zugleich sind sie ein historischer Ort und eine Gedenkstätte (2.Foto).

 

Sie befinden sich an der Grenze von Hamburgs Altstadt zur Neustadt. Der Haupteingang befand sich an der Ecke Stadthausbrücke / Neuer Wall. Erst später wurde der Hauptzugang in das Gebäude Stadthausbrücke 8 verlegt. Es wurde von der Baubehörde - nachfolgend Stadtentwicklungsbehörde genannt - genutzt einschließlich der angrenzenden Gebäuden entlang der Stadthausbrücke und Neuer Wall.

 

Die Baubehörde war somit begehbar durch mehrere Eingangsbereiche. Am langjährigen Haupteingang befinden sich

- seit 1984 eine Gedenktafel, die an die Nazi-Gewaltherrschaft von 1933 erinnert (2.Foto) sowie an die Gestapo-Zentrale in diesem Gebäude. Dort wurden Gefangene auch unter Folter verhört. Der neue Investor wurde verpflichtet, innerhalb der Passage auch eine Gedenkstätte zu errichten, die nach Fertigstellung im Jahr 2018 nun die Bezeichnung "Ort der Erinnerung" trägt. Sie befindet sich in einem kleineren Teil einer Buchhandlung mit integriertem Café.

Das ist dem Förderkreis Gedenkstätte und Lernort Stadthaus nicht angemessen. Sie soll  sich aus dem Zusammenschluss mehrerer Geschichtswerkstätten gegründet und das Vorhaben um eine angemessene Gedenkstätte von Beginn an kritisch hinterfragt haben.

- im Gehweg vor dem Hause drei Stolpersteine. Sie erinnern an den Werftarbeiter Gustav Schönherr, an den Schiffszimmermann Carl Burmester und an den Verkäufer und Dekorateur Wilhelm Prull, die hier nach Folter ermordet wurden.

 

Auffällig über dem Eingangsbereich sind die 5 Skulpturen sowie im Inneren ein Paternoster, um in die nachfolgenden Geschosse zu gelangen. Im ersten Stock befand sich bis 2004 ein Holzmodell der Stadt Hamburg im Maßstab 1:500, das insbesondere für Architekten, Planer sowie Bauherren von großem Interesse war. Deshalb wurde es - damals in Handarbeit - sukzessive vergrößert und mußte neue Räume beziehen. Ein Flachbau des Vermessungsamtes in der Wexstr. 7 ermöglichte auch die Öffentlichkeit, sich das wachsende und stets aktuelle Modell anzusehen.

 

Bis zum Auszug der Behörde befand sich in der obersten Etage die Kantine. Dort war im Zusammenhang mit Kunst am Bau ein Wandbild in Sgraffito-Technik 1956 durch den Künstler Arnold Fiedler gefertigt worden. Wie in Hamburg nicht unüblich, fiel es Umbauarbeiten zum Opfer. Doch die Fresken und die Transporttechnik konnten für den Neubau erhalten bleiben. Ebenso die gesamte his­to­ri­sche Außenfassade entlang der Stadthausbrücke und Neuer Wall im Einklang mit dem Denk­malschutz.

 

„Lediglich“ die Gebäudeinnereien wurden vom neuen Investor auf ein einheitliches Niveau gebracht durch Abriss der Altsubstanz, nachdem er das Gebäudeensemble 2009 von der Stadt käuflich erwerben konnten. Der nachfolgende Etagenbau passte sich durchgängig der Altsubstanz der Außenfassade an. Das war der Baubehörde über Jahrzehnte nicht gelungen (!), obwohl sie als Oberste Fachbehörde den MitarbeiterInnen jahrelang mit unsinniger kleinteiligen Umbaumaßnahmen lärmintensive Baumaßnahmen zugemutet hatte. Man muss eben wissen was man tut!

 

Bauherr des Goertz-Palais aus 1711 war Baron Heinrich Georg von Schlitz, genannt von Goertz, Architekten war Johann Nicolaus Kuhn. Es wurde nachfolgend auch als Palais für die kaiserliche Gesandtschaft genutzt und während des 2. Weltkrieges, wie viele Hamburger Gebäude, erheblich zerstört. Auch damals blieb nur die Außenfassade erhalten und wurde nachfolgend mit neuem rückwärtigem Anbau versehen.

 

Das Eckgebäude aus 1888 - Teil der ehemalige Baubehörde - stammt vom Architekten Carl Johann Christian Zimmermann (1831-1911 / Architekt u.a. auch des MKG und UKE); die angrenzenden Erweiterungsbauten aus 1922 entwarfen Fritz Schumacher als Oberbaudirektor sowie Albert Erbe. Schon damals besaß das Eckgebäude zum Neuer Wall eine Kuppel, die durch den neuen Investor nun im 21.Jh. erfolgreich nachgebildet wurde (5.Foto)!

 

Der quasi Neubau - die heutigen Stadthöfe - begrüßen BesucherInnen mit dem Schriftzug „Bienvenue – Moin Moin – Stadthof“ oberhalb diverser Zugänge. Danach folgt ein Labyrinth von Wegen (3.Foto) ähnlich den Hackschen Höfen in Berlin. Sie führen vorbei an den nun unverglasten Arkaden mit Blick auf die Alte Post hin zu Bleichenfleet, der unter diesem Gebäude unterdurchfließt (7.Foto). Rückwärtig hinter Glasfenstern ist die ehemalige Wagenhalle im Brückenhaus zu erkennen, die insbesondere durch ihre denkmalgeschützte Stahlkonstruktion auffällt. Hier waren früher die Fahrzeuge abgestellt worden, daher der Name. Die Wegeverbindung durch den gesamten Gebäudekomplex bestehend aus Stadthaus – Brückenarkaden – Palaishaus mit Palaishof – Görtz-Palais sowie westlich des Stadthauses folgend dem Hofhaus (ehemaliger Sitz der Baubehörden-Bibliothek mit spannenden Fachbüchern) mit Treppenhof – Fleethaus incl. Stadthof - Markthaus und Bleichenhof.

 

Dort finden sich:

  • die geforderte, aber als ungeeignet ingeschätztee Gedenkstätte, die so kein „würdiges Gedenken an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Hamburg“ ermöglicht, entsprechend der Verpflichtung des Bauherrn im Kaufvertrag mit der Stadt.

 

  • Büros im Görtz-Palais (mit erhaltenem Stadtwappen außen über dem Eingangsbereich) und im Kuppelgebäude unter Stadthausbrücke 4. Dort ist der Eingangsbereich ebenfalls in seiner Ursprünglichkeit erhalten geblieben. Das schmiedeeiserne Tor und das steinerne Staatswappen am Turmsockels sowie die Deckelbemalung + Fresken im Inneren lassen aufblicken (7.Foto). Erkennbar wird u.a. der Rundbogenrahmen der Tür mit stilisierten Ölbaumzweigen incl. vergoldete Inschrift: Salus Populi suprema lex esto (deutsch: „Das Wohl des Volkes sei oberstes Gesetz“).

 

  • 88 Wohnungen in den jeweils oberen Etagen der Gesamtanlage,

 

  • die bekannte Bleichhof Passage, ein großes Parkhaus gegenüber vom Kaufmannshaus, das im Inneren durch ein Einkaufsquartier sowie einem Restaurant direkt am Fleet zusätzliche Blickverbindungen zu Hamburgs historischer Altstadt ermöglicht. Zur Eröffnung befanden sich dort mehrere Kunstfachgeschäfte. Großes Interesse zeigten u.a.: 2010 „Elbkunst“ mit Fundstücken aus der Elbe, nunmehr zu interessanten Kunstobjekten verwandelt durch den Künstler Klaus Lang / 2011 „Kunst aus Glas“ mit mundgeblasenen und handgearbeiteten Objekten, erschaffen durch den Glasbläser Oliver Drobar

 

  • das Vier-Sterne-HotelTortue“ = französisch: Schildkröte mit Brasserie und Restaurant incl. Außenplätzen im Innenhof sowie der blauen Bar, der schwarzen Bar und der Privat-Bar („Bar bleu“ mit Smokers Lounge / „Bar noir“ mit Wintergarten / „Bar privé“ mit Tanzfläche im Hofhaus).

 

Der französische Hauch von Noblesse und Eleganz entwickelte sich sicherlich aus der Geschichte des Goertz-Palais. Das war während der französischen Besetzung von 1811-1814 als Rathaus genutzt unter dem damaligen Bürgermeister Amandus Augustus Abendroth.

Adresse: Stadthausbrücke - Neuer Wall in Hamburg-Neustadt
Verkehrsanbindung: S2 Station Stadthausbrücke

Homepage:  www.stadthoefe.de/das-quartier
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