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Zitronenjette (Skulptur)

Der Hummel und die Zitronenjette sind Hamburger Originale bis in die heutige Zeit. Die "Zitronenjette" (1841-1916) hieß mit richtigem Namen Johanne Henriette Müller und fiel wegen ihrer Kleinwüchsigkeit auf. Viele machten sich über sie lustig und verführten sie zum Alkoholkonsum, wenn sie insbesondere nachts die Zitronen in ihrem Korb in den Kneipen der Neustadt, St. Pauli und auf der Reeperbahn zu verkaufen versuchte, um sich damit ein spärliches Entgelt zu verdienen. Wegen Schwachsinn und Alkoholsucht wurde sie 1894 in eine Hamburger Anstalt eingeliefert. Später gedachte man ihrer und ließ eine "Zitronenjette" oftmals in plattdeutschen Theateraufführungen mitwirken (u.a. St.Pauli-Theater). 1986 wurde ihr von dem Bildhauer Hansjörg Wagner im Auftrag der Bürgerstiftung an der Ludwig-Ehrhardt-Straße Nähe Hamburger Michel ein Bronzedenkmal auf einem beschrifteten Steinsockel erstellt.

Unter den Hamburgern kaum mehr bekannt ist ein weiteres Original, die Lydia Adelheid Hellenbrecht, im Volksmund "Vogeljette" genannt (1844 - 1920) wegen ihrer Vorliebe, die Vögel tagsüber zu füttern. Auch sie wurde damals auffällig durch ihre Andersartigkeit; auch sie wurde für verrückt erklärt - dann aber vergessen.

Beiden wurde im "Garten der Frauen" auf dem Ohlsdorfer Friedhof ein Erinnerungsstein gesetzt. Diese einmalige und beeindruckende Anlage ist ein Ort mit historischen Grabsteinen von Gräbern bedeutender Frauen wie auch neu geschaffenen für beachtenswerte Frauen. Der Verein Garten der Frauen e.V. ist Initiator und Hüter dieses würdevollen Projekts, durch das Frauen, die Hamburger Geschichte mitgeprägt haben, in bleibender Erinnerung gehalten werden.

www.garten-der-frauen.de

Adresse: Ludwig-Ehrhardt-Straße
Verkehrsanbindung: U3 - Bahn bis Rödingsmarkt oder St.Pauli

Homepage:  keine