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Ernst Barlach Haus

- Privatmuseum -

Das Ernst Barlach Haus im Jenisch Park in Klein-Flottbek / Othmarschen ist das älteste private Kunstmuseum in Hamburg. 1960 gab der Industrielle Hermann Fürchtegott Reemtsma (1892-1961) mit Unterstützung des Bürgermeisters Max Brauer den Auftrag zur Errichtung eines Museumsneubaus nicht unweit vom ehemaligen Wohnsitz des Barons von Jenisch.

Entworfen und gebaut wurde das Museum vom Hamburger Architekten Werner Kallmorgen, der den Hamburger*innen auch bekannt ist durch

  • das Gebäude des ehemaligen Spiegel-Verlages an der Ludwig-Erhard-Straße (vormals Ost-West-Straße),
  • das Thalia-Theater sowie
  • durch den Kaispeicher A in der HafenCity. Letzterer ist in aller Munde aufgrund seines Umbaus zur Hamburger Elbphilharmonie.

 

Das Barlach-Museum wurde im Oktober 1962 eröffnet und präsentierte eine Vielzahl von Kunstobjekten aus der Privatsammlung vom Kunstsammler Reemtsma, der 1961 unerwartet verstorben war und die Eröffnung nicht miterleben konnte. Das Privatmuseum wurde 1996 um Sonderausstellungsräume erweitert (1.Foto). Neben dem Museumsbetrieb finden Sonderausstellungen zur Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts statt, so 1999/2000 eine Ausstellung über den exzellenten Tierbildhauers August Gaul, dessen Pinguin-Brunnen aus dem Jahre 1920 im Stadtpark zu bewundern ist und aktuell 2006 eine Ausstellung zum 100. Geburtstag von Gustav Seitz (6.Foto).

Regelmäßige Konzerte bereichern zusätzlich das künstlerische Angebot. Namensgeber des Gebäudes ist der expressionistische Bildhauer, Graphiker und Schriftsteller Ernst Barlach (1870-1938). Bedeutend

  • sein "Moses" aus Eichenholz von 1919,
  • der bronzene "Geisteskämpfer" von 1928,
  • das 1931 geschaffene 21m hohe "Hamburger Ehrenmal" am Rathausmarkt. Es gilt als offizielles Gefallenendenkmal der Stadt und zeigt Richtung Rathaus ein rund 7,5m hohes Relief aus Muschelkalk mit der  "Schmerzensmutter mit Waise". Auf der Seite zur Kleinen Alster steht  „40000 Söhne der Stadt ließen ihr Leben für euch” (7.Foto). Von den Nationalsozialisten wurde es 1938 abgerissen, denn für sie zählten Barlachs Werke auch zur "Entarteten Kunst", die deshalb aus öffentlichen Sammlungen und Räumen entfernt werden mußten. Es wurde 1939 durch das Relief eines aufsteigenden Adlers von Hans Ruwoldt ersetzt. Ebenfalls wohl aus politischen Gründen wurde 1949 das Barlach-Relief wieder hergestellt.

 

 

Das Barlach Haus ist vielen Hamburger*innen geläufig. Auch das Geburtshaus in Wedel mag man "noch drauf" haben. Weniger bekannt ist das Barlach-Museum in Ratzeburg, das von der Barlach Gesellschaft geführt und gefördert wird. Dort eröffnete im Juni 2020 das erste multimediale Künstlermuseum in Deutschland. Anlass und Auftakt der Umgestaltung war der 150.Geburtstag von Ernst Barlach (1870-1938). Als Bildhauer, Zeichner und Schriftsteller gehört er zu den berühmtesten Künstlern des deutschen Expressionismus.

 

Die wenigsten wissen, dass es auf dem Ohlsdorfer Friedhof ein Ensemble mit Bronze-Skulpturen (8.Foto / Die Lauschende) im Auftrag des befreundeten Hamburger Reeders und Konsuls Gustav Moeller gibt, dessen Sohn Walter 1900 bei einem Schiffsunglücks starb. Es zeigt ein Portal, vor dem eine Frau lauschend ihr Ohr an die geschlossene Pforte hält. Versucht sie, Kontakt mit dem Verstorbenen vor dem Tor zum Paradies zu erlangen. Oder hört sie, aber sieht sie nicht den Engel über ihr, der Geige spielt.

Auf der vor dem Grabmal liegenden großen Bodenplatte befinden sich neben Barlachs Signatur entsprechende allegorische Schiffsszenen: 

  • links eine stehende Frau, die dem absegelnden Schiff hinterher winkt (Abschied),
  • rechts schaut sie als Trauernde auf das gestrandete Schiffswrack (Tod).

 

 

Das Ausland ehrte Barlach durch Ernennung zum Ritter der Friedensklasse des Ordens "Pour le mérite". Hermann F. Reemtsma machte in den 30er Jahren Bekanntschaft mit Barlach und erwarb von ihm eine große Sammlung von Skulpturen, Zeichnungen und Graphiken, die Reemtsma später in dem o.a. Neubau der Öffentlichkeit in Form einer eigenständigen Stiftung dauerhaft zugänglich machte.

 

 

 

 

 

 

Adresse: Baron-Voght-Str. 50a / Jenischpark in 22609 Hamburg-Othmarschen
Verkehrsanbindung: Bus 115 Station Marxsenweg

Homepage:  www.barlach-haus.de
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