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Jungfrau vom Jungfernstieg

- Kunst im öffentlichen Raum -

Nach dem großen Hamburger Brand von 1842 gebaut, wurde die neue Straße als Verbindung vom Gänsemarkt zu St.Petri gebaut. Sie soll die erste Straße in Deutschland gewesen sein, die asphaltiert wurde (1838).

Ihren Namen soll sich ergeben haben durch die nachfolgende Nutzung. Angrenzend entstanden prunkvolle Gebäude, die zum Einkaufen und Verweilen einluden (Alsterhaus, Hamburger Hof etc.). Während vermögende Bürger dort ihre Wünsche nach Luxusartikeln nachgingen, flanierten die jungen unverheirateten Fräuleins entlang des Jungfernstiegs. Für viele Gentlemen eine zusätzliche Augenweide.

 

Heute befinden sich dort und an dem angrenzenden Neuen Jungfernstieg stadtbekannte Einrichtungen:

  • ehemaliger Hauptsitz von ESSO AG, danach Sitz des Hamburgischen Weltwirtschaftsarchivs (Auflösung 2006), danach u.a. Sitz des Afrika-Vereins. Kulturell macht das Gebäude an seiner Seite von sich Reden. Dort befindet sich der Spruch: AN DER SEE  AUF DEM SEE  VON DEM SEE  AN DEM SEE  GRENZEND AN DEN SEE des Konzeptkünstlers Lawrence Weiner (*1942). Wer genau hinschaut, sieht anhand der Buchstabenabstände eine notwendige Korrektur eines Schreibfehlers.
  • Amsinck-Palais (1834 / Sitz des Übersee-Clubs)
  • Hotel Vierjahreszeiten (1897 unter Friedrich Haerlin)
  • Alsterpavillon
  • Streit´s Haus (1837 / mit Filmtheater)
  • Heine Haus der Campe'schen Historischen Kunststiftung (1903)
  • Hamburger Hof (1881 / zuvor Sillem´s Basar / 7.Foto)
  • Zentrale der Dresdner Bank, seit 2009 Commerzbank
  • Alsterhaus (Warenhaus Hermann Tietz 1897 + 1912 bzw. Hertie 1948)
  • die Flagshipstores von Apple + Telekom
  • Europa-Passage

Zur Wasserseite an der Binnenalster befindet sich neben dem Alsterpavillon der Alsteranleger für das historische Dampfschiff St.Georg und viele Alsterdampfer (3.Foto). Unweit der Reesendammbrücke befindet sich eine Stahlplatte (Aufschrift RAUM) vom Installationskünstlern Franz Erhard Walther (*1939), die zum Projekt "Sieben Orte für Hamburg" gehört (1989).
 

Der Blick fällt von dort auf die Lombardsbrücke sowie auf die Galerie der Gegenwart. Dazwischen schwimmt auf einem Ponton im Wasser die Alsterfontaine bzw. zur Weihnachtszeit ein beleuchteter Tannenbaum.

Der von Luc Deleu (*1944) im Rahmen des Hamburg Projekt 1989 am nordöstlichen Eck der Binnenalster erstellte "Großer Triumphbogen", wurden wurde 1994 demontiert. Eine nachvollziehbare Begründung gab es nicht. Er bestand aus drei weißen 40 Fuß-Containern, die nach ihrem ersten behördlich veranlaßten Abriß in blau neu installiert worden war, dieses Mal in blau.
 

Der Jungfernstieg war wiederholt Großbaustelle:

  • 1930 Bau der Station für die U1, bei der es zum Wassereinbruch kam. An die Opfer erinnert ein dort ausgegrabener Eichenpfahl des ehemaligen Damms, der von Richard Luksch zu einer Plastik "Söben Jungfern" verarbeitet wurde (8.Foto).
  • 2004 Neugestaltung des Jungfernstiegs
  • 2006 Bau der Schnellbahnstrecke S3 mit Station Jungfernstieg incl. Verbindungen zu den angrenzenden U-Bahnhöfen. In diesen Gängen befindet sich auch eine Vorstellung der Partnerstädte von Hamburg.
  • 2016 Modernisierung des Bahnsteigbereichs

 

2017 ist ein spannendes Jahr. Im Rahmen des Alstervergnügens wird eine Jungfrau gesucht. Den Anfang machte Carlo Balljana mit seiner Skulptur "Die Jungfrau von Hamburg im Sturm der Liebe" (2017 / 1.+2.Foto).

Fünf Jahre will sich die Stadt Hamburg dann Zeit nehmen, um eine passende Jungfrau zu finden. Beheimatet werden soll sie natürlich am Jungfernstieg, denn dort haben die Hamburger jährlich Anfang September viel Vergnügen an der Alster.

Welcher Gentleman hält es durch, fünf Jahre um seine Angebetete zu werben. Ein Hamburger bzw. alle Hamburger. So werben wir nicht um eine sondern lassen uns jährlich drei Neue erschaffen, um am Ende die Schönste dauerhaft am Jungfernstieg zu etablieren. Ähnlich wie die Etablissements rund um die Reeperbahn. Doch hier steht noch vor der Lust und dem Genuss die Kunst!

 

Das „Lockangebot“ ist die zuvor genannte und nur vorübergehend präsentierte Windbraut des international bekannten italienischen Künstlers Carlo Balljana (*1944). Über 80 seiner Denkmäler stehen in Europa verteilt; doch auch in Washington und Moskau finden sich bedeutende Werke von ihm.

 

Neu am Alstervergnügen zwischen Jungfernstieg und Lombardsbrücke ist ab 2017 auch

  • ein sehr kleiner freier Blick auf die Binnenalster, denn die weiße Buden-Barriere vor der Granitmauer von Hans Kock von 1963 (9.Foto) wird knapp ausgesparrt.
  • eine „Lounge-Zone“ an der Lombardsbrücke mit Tanzsalon sowie der Initiative „Kinder schmieden Zukunft“. Von dort besteht auch ein toller Blick vorbei an den Kandelabern auf das Feuerwerk, das allabendlich von Donnerstag bis Sonnabend abgeht.

 

Adresse: Alsteranleger am Jungfernstieg in Hamburg-Neustadt
Verkehrsanbindung: S und U-Bahnen sowie diverse Busse Station Jungfernstieg

Homepage:  keine
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