Elf Maler, 110 Bilder, ein Motiv: Die Alster war im Mai 2008 das Ziel der Künstlergemeinschaft Norddeutsche Realisten. Auf Einladung von Christa Block rangen sie um die Bewältigung von Naturlandschaften, Städtepanoramen, Hafenszenen und – immer wieder aufs Neue – um das Einfangen von Licht, Spiegelung und Bewegung auf dem Wasser. Die Ergebnisse dieses Pleinair-Symposiums waren noch bis zum 15.02.09 in der Galerie im Elysée zu sehen.
Zur Ausstellung ist ein 64-seitiger Katalog erschienen, der die Bandbreite der künstlerischen Lösungen beispielhaft zusammenfasst. In dem Vorwort beschreibt Prof. Heinz Spielmann die Künstler und ihre Handschriften:
„Nur bedingt kann man, was Malweise, Duktus und Kompositionen anbelangt, von Ähnlichkeiten der Bilder sprechen.
- Hans Joachim Billib sucht die tektonische Ordnung, wählt danach sein Motiv oder richtet es nach dieser Ordnung aus;
- Christopher Lehmpfuhl dagegen überlässt sich ganz einem vehementen, Tempo verratenden Duktus;
- Lars Möller moduliert seine Farben mit sanften Übergängen, liebt deshalb auch das nicht seltene Hamburger Schmuddelwetter mit seinen weichen Übergängen von einer zur anderen Tonigkeit.
- Wie Pastelle erscheinen die fast immer von Personen belebten Szenerien von Silke Meyer. Fester und konturierter, aber immer lebendig treten die Gemälde von Till Warwas vor Augen.
- Frank Suplies Bilder sind durch differenzierte Flächen bestimmt,
- diejenigen Christoph Thieles durch einen vibrierenden Rhythmus. (…)
- Nikolaus Störtenbecker, der spiritus rector vieler Aktivitäten der "Norddeutschen Realisten", hat sich bei allem Beharren auf dem "Malen nach Sicht", also nach Genauigkeit des Abbilds, den Sinn für peinture bewahrt.
- Während Tobias Duwe seine Motive häufig wechselte,
- konzentrierte sich Eberhard Göttlicher auf wenige herbe Sujets wie lapidare Brückenpfeiler aus Beton.
- Silke Silkeborg macht unter allen eine Ausnahme - sie malte, wenn es dunkel wurde; ihre Nocturnos erinnern auf diese Weise daran, dass die sommerlichen Nächte an der Alster bereits Vuillard und Bonnard faszinierten.“
