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Mutzenbecher - Villa

- Historisches Gebäude -

Der Architekt Georg Radel (1860-1948) baute im Auftrag der Familie Mutzenbecher das Kontorhaus Europahaus am Ballindamm / Ecke Bergstraße - inzwischen abgerissen und durch die Europapassage neu belegt - sowie 1900 ein unscheinbares Landhaus im Niendorfer Gehege. Diese verwinkelte zweigeschossige Villa mit kleinteiligen Fenstersprossen und verziertem Treppenhaus - von dem Architekten Erich Elingius mehrfach umgebaut – steht unter Denkmalschutz und schon seit Ewigkeiten leer. Seit 2003 sucht das Bezirksamt Eimsbüttel nach einem vertretbaren Nutzungskonzept zum Erhalt des Gebäudes, das von der Saga verwaltet wird.
Das Gebäude ist von der Grundmasse top in Schuss - keine Risse, keine Feuchtigkeit. Leider ist die Elektrik noch von vor dem 2.Weltkrieg und auch eine Zentralheizung ist nicht vorhanden; dementsprechend auch die Sanitär- und Wasserinstallationen. Im Hinterhaus wohnt ein einzelner Mieter, welcher zum Glück keine Notwendigkeit sieht, das Haus vor Ablauf seines gültigen Mietvertrages zu verlassen. Damit kann der durch Dritte geforderte Abriss nicht erfolgen, obwohl das Haupthaus höchstens mal von Zeit zu Zeit für Filmdreharbeiten u.a.m. genutzt wird.

 

Die hanseatische Familie der Mutzenbecher beginnt 1640 mit Lorenz M. aus Kiel. Sohn Matthias (1653-1735) siedelte 1669 nach Hamburg über und wurde 1710 Senator, dessen Neffe Johann Baptista Mutzenbecher (1691-1759) 1723 Senatssyndicus der Freien (noch) Reichsstadt Hamburg.
Als Hamburger Kaufmann erwirtschaftete Johannes Mutzenbecher (1822-1903) sein Vermögen mit dem Handel von Guano. 1875 ließ er sich in den Adelsstand erheben - ähnlich wie der Reformer Casper Voght (1752-1839) - und lebte als preußischer Freiherr und Gutsherr in Mecklenburg. Als Folge mußte er seinen Hamburger Bürgerbrief zurückgeben, denn durch die Erhebung in den Adelsstand verlor er die gesellschaftspolitischen Mitwirkungsrechte eines Hamburger Bürgers.

 

Durch Konkurs wurde das Guano-Handelshaus Mutzenbecher von den Brüdern Albertus und Heinrich Ohlendorff übernommen, die zuvor dort ihre kaufmännische Lehre erfolgreich abgeschlossen hatten. Ihr Vater Johann Heinrich Ohlendorff  war als Landschaftsgärtner sowie erster technischer Leiter des nach seinen Plänen gestalteten Botanischen Gartens. Auch an der Gestaltung des Jenischparks auf dem Grundstück von Caspar Voght wirkte er mit.
Damit waren die Ohlendorffs so erfolgreich, dass sie zu den vermögensten Bürgern der Stadt gehörten. Es war selbstverständlich, dass Senatoren, Künstler sowie prominente Personen, beispielhaft Reichskanzler Fürst von Bismarck, in deren Villa in Hamm (Architekt Martin Haller) zu Besuch kamen. Auch konnten sie sich mit ihren Vermögen das erste Kontorhaus Hamburgs, den Dovenhof, bauen lassen - selbstverständlich mit Paternoster. Das imposante Gebäude wurde später abgerissen und das Grundstück durch den Kallmorgenbau als exSpiegel-Verlagshaus neu bebaut.

 

Hermann Mutzenbecher (1855-1932) war Gründer und Direktor der „Albingia-Versicherungsgesellschaft“ und der „Hamburg-Mannheimer“ Versicherungsgesellschaft. Adela Mutzenbecher (1855-???) ist Mutter des Forschers Manfred von Ardenne.

In wie weit der Kaufmann Theodor Mutzenbecher (1842-???) als früherer

  • Inhaber des "Flora Konzert- u. Gesellschaftshaus", der heutigen "Roten Flora" im Schanzenviertel,
  • Mitinhaber von Mutzenbechers Bierhalle, gen. "Trichter" mit den damals "begehrten" French-Cancan Tänzerinnen,

Familienmitglied der hier dargestellten Familie ist, konnte bisher nicht recherchiert werden.

Adresse: Bondenwald 110 in 22453 Hamburg-Niendorf
Verkehrsanbindung: Busse 5 u. 191 Station Niendorf Markt; danach 15min Fussweg ins Niendorfer Gehege

Homepage:  keine
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