
Hilfreich ist der Infopavillon an der Osakaallee 14 um zu begreifen, welch gewaltiges Bauvorhaben hier aus einer Hand realisiert wird. Denn es handelt sich um ein Areal inmitten der HafenCity von 7,9 Hektar Bauland, auf dem 16 neue Gebäude mit rund 274.500 m² Bruttogeschoßfläche (BGF) seit 2007 erstellt werden.
Die Gebäudeeinheiten beziehen sich teilweise auf historische Gegebenheiten; anhand der Namensgebung wird dies deutlich: „Am Kaffeelager“ (ehemaliger Standort des weltweit größten Kaffeehändlers - der Neumann-Gruppe) sowie „Altes Hafenamt“ (betrifft insbesondere das verbliebene historische Gebäude neben dem Infopavillion, das Standort des früheren Amtes für Strom- und Hafenbau war, der heutigen HPA).
Neu die Bezeichnungen: „Waterfront Towers“ - „Palisander“ - „La Mariposa“ und „Genueser Platz“.
Die eingeplante zweigeschossige Tiefgarage mit ca. 3.400 Stellplätzen ist lediglich aufgrund ihrer Volumens, da größte Tiefgarage Hamburgs, bemerkenswert.
Eine echte Herausforderung ist die Einbeziehung der U-Bahnlinie U4, die hier einen ihrer zwei Stationen mit dem passenden Namen „Überseequartier“ haben wird. Sie ist verbunden mit dem zentralen City-Points Gänsemarkt und Jungfernstieg. Start- und Endpunkte werden Billstedt und HafenCity Universität werden. Für die Strecke der U4 sind rund 4 km neu gebaut worden.
Erwähnenswert auch, dass Wohnungen und Boardinghouses mit ca. 53.000 m² BGF sowie Restaurants, Cafés, Bars incl. Erlebnisgastronomie auf rund 14.000 m² BGF schon zu einem großen Teil fertiggestellt sind. Das Vier-Sterne-Plus- / Fünf-Sterne-Hotel mit ca. 420 Zimmern für rund 1.000 Gäste auf ca. 31.000 qm BGF direkt an der Elbe wird ein weiteres Juwel dieser Gesamtanlage werden.
Der dort integrierte Kreuzfahrtterminal soll die Funktion des bestehenden CruiseCenter dauerhaft übernehmen (= CC I) Dort legen bereits heute schon die größten Passagierschiff der Welt an, u.a die "Queen Mary 2" , die vergnüglich aussehenden Kreuzfahrtschiffe der AIDA Flotte sowie die gewaltigen Luxusliner der Celebrity Cruises Flotte, die bei ihrer Ankunt bisher regelmäßig bis zu 300.000 Besucher und Zuschauer angelockt hatten. Ein weiterer Kreuzfahrtterminal - das CC II - wird in Nachbarschaft zum Dockland am nördlichen Elbufer der Altonaer Altstadt gebaut.
Zurück zum Infopavillon. Dort zeigen Bilderstrecken und zahlreiche Visualisierungen dies vielseitige Bauvorhaben - auch anhand von diversen Modellen. Und an den Planungstischen können die Besucher mit eigenen Händen unter anderem die verwendeten Materialien im wahrsten Sinne des Wortes er- und begreifen.
Nicht unerwähnt bleiben soll das „ScienceCenter“:
Dieser Kulturbaustein befindet sich noch in der Flächensanierungs- bzw. Planungsphase. Neu angedacht ist ein Gebäude aus ringförmig gestapelten Teilen ähnlich den von Containern, in die ein neues maritimes Erlebniszentrum, das "Maritime Science Center" integriert wird. Es soll bestehend aus Aquarium, "3 D" IMAX-Kino und einem ScienceCenter; Mittelpunkt ist eine begehbare Weltkugel von gewaltigen Ausmaßen.
Waren in klassischen Science Center bisher Experimentierstationen wesentlicher Bestandteil der Erkundungsmöglichkeit, sollen hier in speziell entwickelten Laboratorien um eine zentrale Halle - so genannten Labs - neue Formen der Darstellung wie auch der Erfassung von Themen über das "Leben im Meer" bzw. "Der 6. Kontinent" den Besuchern näher gebracht werden.
In diesen Labs werden Live-Themen wie spektakuläre Demonstrationen von Wetter- wie auch Meeresphänomenen, wie Hurrikans oder Tornados, und ganz aktuell Tsunamis nach dem Prinzip von "Hands on" - erfassen und begreifen = anfassen und zugreifen - Interessierten aller Altersstufen zugänglich werden.
Originell und deshalb erwähnenswert ist die Tatsache, dass das beabsichtigte Science Center später entsprechend den tatsächlichen geographischen Gegebenheiten an einer Straße mit dem Namen "10. Längengrad" gelegen sein würde.