Eingesetzt wurde der Großsegler Pamir (Baujahr 1905) damals auf der Route zwischen Hamburg und Chile / Südamerika. Die Ladung bestand vor allem aus Salpeter, ein Düngemittel sowie ein hervorragendes Material für die Herstellung von Munition. Ab 1931 transportierte sie unter finnischer Flagge Weizen von Australien nach Europa und gewann dabei 1932 die Weizenregatta unter Großseglern auf dieser Strecke. Viermal war die Passat erfolgreich, je zweimal die Pommern und Parma. Der Priwall gelang dies ebenfalls nur einmal.
1954 wurde die Pamir Segelschulschiff der deutschen Handelsschifffahrt. Am 21.09.1957 geriet sie rund 1.100km (ca. 600 Seemeilen) westsüdwestlich der Azoren in den Hurrikan Carrie. Die Kraft des Orkans nötigte die Schiffsleitung, alle Segel des P-Liner zu streichen. Die zusätzlich verrutschte Ladung brachte das zeitgleich auch als Frachtsegler genutzte und nunmehr antriebslose Schiff in eine Schräglage, deren Folge zum Kentern und Untergang führte.
Die 86 Besatzungsmitglieder incl. Kapitän und Offiziere bestanden aus vielen 16- bis 18-jährigen Kadetten, Schiffsjungen und Matrosen. Bis auf 6 Personen ertranken sie am 21.09.1957 auf ihrer Heimreise von Argentinien im Nordatlantik.
- Vom Untergang zeugt eine Gedenktafel in Wellington / Neuseeland.
- Die Nienstedtener Kirche in unmittelbarer Nachbarschaft zum Friedhof Nienstedten zeigt als Glasfenster das Segelschulschiff unter vollen Segeln mit Hinweisen auf das Schiffsunglück (1.Foto).
- Als Mahnmal befindet sich im Turmraum der St.Katharinenkirche eine etwa zwei Meter breite Gedenktafel des Bildhauer Gerhard Marcks mit den Namen der Opfer und ein frei schwebender bronzener Albatros (2.Foto).
In der St.Jacobi Kirche in Lübeck befindet sich in einer Kapelle das einzig erhaltene, schwer beschädigte Rettungsboot Nr.2 des Großseglers Pamir. In ihm versuchten 21 Mann zu überleben; einer konnte gerettet werden. In den ebenfalls wracken Boot Nr.5 überlebten fünf der 10 Personen, die hier in letzter Not aufs Überleben hofften (4.+ 5.Foto).
Unterhalb des hoch aufsteigenden Kapellenfensters befindet sich ein Model des P-Liners Pamir (6.Foto).
Der Ort ist als Gedenkstelle den 80 meist jugendlichen Todesopfern des deutschen Segelschulschiffes PAMIR gewidmet. Er ist auch nationale Gedenkstätte für die Toten der zivilen Schifffahrt. Sie wurde am 21.09.07 geweiht und wird insbesondere von jungen Schiffsbesatzungen aufgesucht.
Zwei große Gedenktafeln aus dem Jahr 1508 und um 1566 zeigen detaillierte historische Schiffsabbildungen.
Weitere namhafte P-Liner der Reederei Laeisz sind
- Peking (Baujahr 1911) wird Wahrzeichen des zukünftigen Deutschen Seefahrtmuseums,
- Passat (Baujahr 1911) - liegt als Museumsschiff in Lübeck-Travemünde (3.Foto),
- Pommern (Baujahr 1903) - liegt vor Anker in Mariehamn / Finnland,
- Padua (Baujahr 1926) - fährt noch heute - allerdings unter dem Namen Kruzenshtern als russisches Segelschulschiff.
Verloren gingen auch
- 1910 - die Preußen (Bj.1902 / zusammen mit der Potosi von der Tecklenborgwerft in Bremerhaven größtes Segelschiff, da Fünfmastvollschiff),
- 1913 - die Pitlochry (Bj. 1903),
- 1913 - die Pangani (Bj.1903),
- 1919 - die Petschili (Bj.1903),
- 1945 - die Priwall (Bj.1917).
