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Altes Land

- Metropolregion -

Das Alte Land, größtes zusammenhängende Obstanbaugebiet Mitteleuropas, erstreckt sich von Francop in Hamburg über Buxtehude bis nach Stade in Niedersachsen. Dieses ca. 170 Quadratkilometer lange Obstanbaugebiet mit fruchtbarem Marschboden in Elbnähe und einem gewaltigen Moorgürtel hin zur Geest unterteilt sich in drei Areale, die altersher Meilen genannt werden:

  • Die Erste Meile befindet sich zwischen den Flüssen Schwinge bei Stade und Lühe bei Buxtehude und wurde bereits um 1140 eingedeicht und entwässert.
  • Die Zweite Meile umfasst das östlich angrenzende Gebiet zwischen Lühe und Este; deren  Eindeichung erfolgte Ende des 12. Jahrhunderts.
  • Die Eindeichung der Dritten Meile - die einzige Fläche auf hamburgischem Staats-gebiet  - liegt zwischen der Este und dem Flusslauf der Alten Süderelbe. Dort befinden sich die Ortsteile Neuenfelde, Hasselwerder, Nincop, Rosengarten, Vierzigstücken, Francop.

Entlang des Straßenverlaufs befinden sich hinter den Deichen die großen Obstanbaugebiete, auf denen die Obstbäume wie aufgereiht nebeneinander stehen. Hier werden auf einer Gesamtfläche von fast 10.000 Hektar zu 80 Prozent Äpfel angebaut, der Rest entfällt auf Süß- und Sauerkirschen, Birnen, Pflaumen und Zwetschgen sowie Erd- und Himbeeren. Hofläden oder Straßenboxen bieten vielerorts die bekannten Produkte an: So sind auch dem Laien vertraut die Namen der Apfelsorten "Cox Orange", "Boskop" und "Ingrid Marie" sowie die späteren Weiterentwicklungen wie "Gloster", "Jonagold" und "Elstar". Der Altländer Obstler hat auch seinen Reiz, ist aber nicht für alle verträglich. Dagegen ist der Altländer Apfelsaft ein Genuss für jedermann. Die Süßmosterei befindet sich in Neuenfelde.

 

Die weiße Blüte der Kirsche, Birne und Zwetschge Mitte bis Ende April sowie die rosa Apfelblüte im Mai locken Herrscharen von Besuchern über den Obstmarschenweg ins Alte Land, um die phantastische Blütenpracht zu bewundern. Die Erntezeit beginnt bereits im Juli und endet im Oktober – mal vom Boskop abgesehen, der gern auch Frost vertragen kann. Weitere Informationen bietet das Obstbarometer. Da ist nachlesbar das jeweilige Entwicklungsstadium der Früchte. Auch sagt einem das Blütenbarometer, wann die „Mausohr-Phase“ blüht.

 

Eine Vielzahl von wie mit dem Lineal gezogenen Entwässerungsgräben kennzeichnet das Gebiet. Sie wie auch die Verrohrungen mit den vielen Deckelschächten werden jährlich bei der großen Wasserschau durch die Wasser-, Schleusen- und Sommerdeichverbände geprüft und bewertet. Die jeweiligen Grundstückseigentümer, Obstbauer ebenso wie die Öffentlichen Liegenschaften von Bund und Land Hamburg sowie deren Vertreter - gleich, ob SAGA oder Hafenbehörde - sind dann verpflichtet, den Beanstandungen umgehend nachzukommen. Denn die richtige Wasserregulierung ist nicht nur bei Sturmfluten überlebenswichtig für das Alte Land. Das gilt auch im Frühjahr beim letzten Frost, tödlich für erste Blüten. Dafür entwickelten die Altländer eine Anlage, die für den Ortsfremden wie ein Bewässerungssystem aussieht, aber als ausgeklügeltes Beregnungssystem die kostbaren Obstblüten durch Einfrieren vor Frost zu schützen.

 

Auch fallen dem Betrachter die vielen kleinen und großen Schöpfwerke, Sperr- und Brückenanlagen auf, Dank deren die Trockenlegung der Anbaugebiete erfolgen konnte und noch heute die frühgeschichtlichen Siedlungsbauten nachvollziehbar machen. In regelmäßigen Abständen befinden sich sogenannte „Deichscharten“, die den Zugang auf die Flächen hinter dem Deich gewährleisten. Schräg am Deichhang verlaufene Zu- und Abfahrten ergänzen die Anfahrbarkeit. Dieser moderne aber althergebrachte Zustand des schon historisch zu nennenden Alten Landes führte dazu, dass es im Juni 2012 vom Bundesland Niedersachsen als Kulturlandschaft für die deutsche Tentativliste bei zukünftigen UNESCO-Welterbeanträgen nominiert wurde.

 

 

Parallel dem Straßenverlauf befinden sich noch viele der Höfe mit den farbig verzierten und oftmals noch reetgedeckten Fachwerkhäusern sowie den gut erhaltenen typischen Prunkpforten. Neben dem Obstanbau stehen Kirchen mit ihren herrlichen Orgeln und diverse Leuchttürme im Interesse der Besucher. Beispielhaft wird auf nachstehende Sehenswürdigkeiten hingewiesen:

  • Apfelbaumpatenschaften  
  • Cranz: Rollbrücke als Industriedenkmal
  • Grünendeich: Lüheanleger aus 1918, der das Alte Land mit Hamburg über die Bundeswasserstraße Elbe per Fähre Lühe - Schulau verbindet. Ehemalige Seefahrtsschule mit kleinem Planetarium
  • Neuenfelde: St.Pankratius mit Arp-Schnitger-Orgel
  • Steinkirchen: 2,30m hohe Bronze-Skulptur des „Mönchs Heinrich“, Begründer des Alten Landes vom Bildhauer Carsten Eggers (geb. 1957). Hogendiekbrücke von 1975 im alt-holländischem Stil
  • Twielenfleth: 24m hohe Mühle Venti Amica von 1848 (auch Galerieholländer genannt). Weißer Leuchtturm aus 1893 – transloziertes Industriedenkmal.
  • Jork: Standesamt im Gräfenhof, Fachwerkhaus aus dem 17. Jahrhundert. Museum Altes Land in einem Altländer Fachhallenhaus, das mit weiteren historischen Gebäuden ansatzweise Einblicke in die frühere Lebensweise gewährt
Adresse: Francop - Buxtehude - Stade in Hamburg sowie Niedersachsen

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