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St. Katharinen Kirche

- Hamburger Hauptkirche -

Im Jahre 2000 feierten die Hamburger*innen mit vielen Gästen das 750-jährige Jubiläum ihrer alten Hauptkirche St.Katharinen gegenüber der Speicherstadt. Auch sie wurde in den Bombennächten 1943 in Schutt und Asche gelegt, doch als "Kirche für die Stadt" und einzige "Frauenkirche" im evangelischen Hamburg entschieden sich die Verantwortlichen für den Wiederaufbau am alten Platz. Sie erhielt von der Kathedrale in Coventry im Jahr 1961 ein Nagelkreuz als Zeichen der Versöhnung

 

Die evangelisch-lutherische Backsteinkirche wurde um 1250 als Pfarrkirche am Hamburger Hafen erbaut und nach Katharina von Alexandrien benannt. Mehrere Skulpturen der Schutzpatronin - von unbekannten Künstler angefertigt und u.a. aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts   -  befinden sich in der Hauptkirche. Die war damals konfessioneller Mittelpunkt der Gemeinde auf den Elbinseln Grimm, Cremon, Brook, Wandram und Kehrwieder - dem späteren  Brooksviertel - und bewohnt mit Familien von Schiffsbauern und  Bierbrauern, einfachen Leuten sowie wohlhabenden Kaufleuten. Erst durch die Gründung des Freihafens und den Bau der Speicherstadt 1885 verlor sie einen Großteil ihrer Gemeinde.  

Aktuell befindet sie sich nun im Stadtteil HafenCity (bestehend aus den Stadtteilen von Hamburg-Altstadt (teilweise), Klostertor und Großer Grasbrook), benannt nach der fulminant wachsenden und derzeit europaweit größten zentrumsnahen Baustelle, der HafenCity. Damit ist aus der Kirche für Seeleute eine Kirche für Sehleute geworden.  

 

Um vom Rat­haus zur Hauptkirche zu gelangen, begehen Interessierte historischen Boden. So führt die Kleine Johan­nis­straße über  die Zol­len­brü­cke - als dem ältesten beste­henden Brü­cken­bau­werk Ham­burgs - in die Straße Grimm, benannt nach der bischöflichen Siedlung Hamburgs um 1300. Ihr gegenüber befand sich die kurfürstlichen Siedlung - damals wie heute Cremon genannt.

Dieser Weg ist erst seit wenigen Jahren Teil des Katharinenweges geworden und führt bis nach Harburg. Anlass war der Archi­tek­tur­som­mer 2009, zu dem im Zusammenhang mit dem Projekt „Stadt im Fluss” diese Weg­stre­cke sym­bo­lisch ins Leben gerufen wurde. Dieser Weg führte auch vorbei an der Schule Bei der Katharinenkirche. Sie ist 2009 aufgegeben für einen Neubau, der Katharinenschule in der Hafencity.  Das neue Gebäude mit dem Schulhof auf dem Dach unweit vom Überseequartier beherbergt zusätzlich eine Kindertagesstätte der Diakonie des Kirchenkreises Alt-Hamburg, die Kinderbetreuung vom Krippenalter an anbietet.  

 

Spannend war die ab 2007 laufende und zwischenzeitlich abgeschlossene Sanierung im Inneren der Hauptkirche. Hervorzuheben dabei der Einbau neuer Kellerräume unter dem Südschiff sowie der von umlaufenden Schächten zur Aufnahme von Heizungskörpern und Verbindungsleitungen. Sobald diese Maßnahmen abgeschlossen waren, folgten der Einbau des gedämmten Fußbodens aus Tonziegelplatten (8.Foto) und die Stahlkonstruktion der neuen Empore.

Mit großen Erwartungen verbunden war die Rückkehr der historischen Orgel aus Amsterdam, Denn dort wurden 520 Original-Pfeifen aus Renaissance und Barock der durch Kriegseinwirkung zerstörten, weltberühmten Orgel restauriert und bis zu insgesamt rund 4.000 Pfeifen neu erstellt. Bereits Ende 2007 wurde das sogenannte Rückpositiv als erstes spielfertiges Segment in Gebrauch genommen.  Daran gab auch Johann Sebastian Bach um 1720 Konzerte, ebenso wie sein Sohn Carl Philipp Emanuel Bach (1714-1788) - der Hamburger Bach, der bis zu seinem Lebemsende städtischer Musikdirektor in Hamburg war.

 

Zwischenzeitlich wurden die bauseitigen Sanierungsarbeiten abgeschlossen. Für die Finanzierung bemühte sich die Stiftung Johann Sebastian, die unermüdlich für den weiteren Bauabschnitt sammelte. Beachtung verdienen auch

  • die 1968 von Fritz Fleer angefertigte Bronzetür im Südportal,

 

  • die drei lichtintensiven und kunstvoll 1956 aus farbigen Glas gefertigten, jeweils etwa 18m hohen Chorfenster nach Entwürfen von Gottfried von Stockhausen (1920-2010) - darunter das strahlend schöne Weihnachtsfenster,

 

  • das in Form eines Kranichs gegossene kupferne Taufbecken von Hans Kock

 

 

 

Gaia - übersetzt heißt dieses griechische Wort Mutter Erde! Und genau diese runde blaue fantastische Welt befand sich mitten im Kirchenraum von St. Katharinen (9.+ 10.Foto).

In Form einer 7m große Kunstinstallation des britischen Künstlers Luke Jerram und war zu Gast in Hamburg vom 01.06.-17.07.25. Sie ist eine originalgetreue Nachbildung der Erde, die mit NASA-Bildern gestaltet wurde.

Die Schönheit und Verletzlichkeit dieses, unseres einmaligen Planeten soll in dieser Zeit die Besucher*innen unter dem Motto „Hier dreht sich was!“ dazu einladen, zu staunen, zu bewundern und dann auch mit anderen ins Gespräch zu kommen. Themen gibt es genug: Klimawandel, aber leider auch Krieg + Frieden - aktuell zwischen Israel und dem Iran! Dadurch ändert sich vorerst wenig. Aber es schafft ein neues Bewusstsein in den Bereichen Kunst, Wissenschaft und Kultur. Dazu gab es sowohl Fachgespräche als auch Lesungen, Konzerte und Filmabende. Natürlich auch Andachten; zur Mittagspause um 12.30h bei Orgelmusik.

 

An dem Programm beteiligte sich auch die Hamburg Sustainability Week. Auf deren Homepage wiederum wird für mehr Nachhaltigkeit geworben und über SDGs verstärkt lokale Transformation und neue Lösungen angestrebt. Im Grundsatz ähnelt sie dem diesjährigen Thema „Ich bin, weil wir sind“, deren Hauptveranstaltung am 19.06.25 in der Barklays Arena stattfand.

 

 

Adresse: Katharinenkirchhof 1 in 20457 Hamburg-HafenCity
Telefon: 040 33 62 75
Verkehrsanbindung: U3 Station Messberg

Homepage:  www.katharinen-hamburg.de
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