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Friedhof Diebsteich

- religiöser Ort -

Der 12 Hektar große ev.-luth. Friedhof wurde am 29.02.1868 eröffnet und ist damit der älteste Parkfriedhof Hamburgs. Er wurde von dem Gartenkünstler Rudolph Jürgens (1850-1930) im Stil eines Landschaftsgartens entworfen.

Der Friedhofsname ergab sich aus seiner Lage unweit vom früheren benachbarten Diebsteich. Am Friedhofseingang stehen die Kapelle (1.- 3.Foto) sowie im Baustil angepasste Betriebsgebäude. Die Inschrift an der Kapellenfassade „Ich bin die Auferstehung und das Leben” – verweist auf dem religiösen Charakter des Friedhofs. Die Orgel ist von 1972 und vom Orgelbaumeister Detlev Kleuker (1922-1988) installiert worden.

 

Am nördlichen Ende gelegen befindet sich auf dem Friedhof seit dem 26.11.23 ein Mahnmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Sinti und Roma. Die Stele (4.Foto) erinnert an etwa 1400 Männer, Frauen und Kinder, die allein aus Hamburg in Konzentrations- und Vernichtungslagern deportiert wurden.

Der 3m hohe Obelisk (5.Foto)

  • ist versehen mit  einem ewigen Licht,
  • weist traditionelle Symbole der Sintizze und Sinti, Romnja und Roma auf,
  • nennt umlaufend zwei Bibelworte,
  • wird umgeben von einer kreisrunden Anlage mit Bänken und 12 kleinen Säulen,
  • soll erinnern sowohl an die Vergangenheit als auch an die Gegenwart,
  • ruft dazu auf, sich gegen Rassismus, Antiziganismus und Ausgrenzung jeglicher Art einzusetzen.

 

Seit 2025 ist der Friedhof Gedenkort der translozierten Gebeine der Ausgrabung an St. Trinitatis (6.Foto).

 

Auffällig sind die vielen ansprechend geschmückten aufwendig gestaltete Gruftgräber (7.Foto). Wer sich Zeit nimmt, entdeckt evtl. auch ein Grab mit einem Holzkreuz incl. Text in englischer Sprache:

God, grant me serenity to accept the things I cannot change,
Courage to change the things I can,
And wisdom to know the difference.

Wörtlich übersetzt besagt es:
Gott, gib mir Gelassenheit, um die Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
Mut, um Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und Weisheit, um den Unterschied zu erkennen.

 

Gänzlich unerwartet triff der Besucher auch auf das Ehrengrab von Günther Ludwig Stuhlmann (1797-1872 / 8.Foto) mit der Inschrift: Günther Ludwig Stuhlmann. Von der Liebe zur Heimat zeugen bleibend seine Vermächtnisse. Er stiftete u.a. 1872 der Stadt Altona einen nach ihm benannten Springbrunnen. 

 

 

Adresse: Am Diebsteich 4 in 22761 Hamburg-Bahrenfeld
Verkehrsanbindung: S3, S21 oder A1 bis Haltestelle Diebsteich

Homepage:  ohne