

Die Landeszentrale für politische Bildung in Hamburg und das Institut für die Geschichte der deutschen Juden haben eine Vielzahl von Büchern herausgegeben, die über die Hamburger Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in einer Datenbank berichten. Vor deren früheren Wohnorten erinnert seit 1995 der Kölner Künstler Gunter Demnig mit seinem Projekt STOLPERSTEINE durch kleine Gedenksteine an diese Opfer. Stolpersteine sind Betonwürfel im Format 10 x 10 x 10cm, die auf ihrer Oberseite mit einer Messingplatte versehen sind, auf der die Lebensdaten eines Opfers eingraviert werden.
Die Nummer 22 dieser Buchreihe enthält die kurzen Biografien von Kindern, die Zwangsarbeiterinnen während der NS-Zeit in Hamburger Lagern oder Krankenhäusern geboren haben und die in Hamburg gestorben sind. Die Säuglinge überlebten nicht, weil sie überwiegend durch die Arbeitslast ihrer Mütter geschwächt zur Welt kamen und nach der Geburt an Unterernährung und Vernachlässigung starben. Den Müttern waren meist alsbald nach der Geburt die nötige Fürsorge der Neugeborenen untersagt wegen ihrer Arbeitseinsätze.
Auch in Bergedorf starben Kinder von Zwangsarbeiterinnen. Die Bergedorfer Bürger und mit ihnen viele Schulkinder nahmen sich dieser Thematik an. Am 04.11.25 wurden Stolpersteine für 56 Säuglinge von polnischen Zwangsarbeiterinnen an der Kurt-A.-Körber-Chaussee verlegt, dort, wo einst die Kap-Asbestwerke damals noch unter Kampchaussee 9 belegen waren.
Bereits am 12.11.23 hielt Margot Löhr einen Vortrag über das Schicksal der Kinder von Bergedorfer Zwangsarbeiterinnen. Die Namen von 75 umgekommenen Kleinkindern in Bergedorf, Lohbrügge und den Vier- und Marschlanden wurden durch ihre Recherchen bekannt. Margot Löhr wurde für ihre Verdienste das Bundesverdienstkreuz verliehen.