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19.04.2024

Städtepartnerschaften erlebbar machen

Hamburg hat als Welthafenstadt eine ihr durch Geschichte und Lage zugewiesene besondere Aufgabe und wirkt im Geiste des Friedens als Mittlerin zwischen allen Erdteilen und Völkern. Über die EU hinaus leisten Hamburgs vielfältige Kooperationen mit nahezu allen Regionen der Welt einen Beitrag zur Stärkung des Multilateralismus und zu einem weltweiten Eintreten für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Pluralismus, den Schutz von Minderheiten und einer offenen Gesellschaft. Die Freie und Hansestadt Hamburg hat als traditionelle Weltstadt und aufgrund ihrer geografischen Lage als Handelsstandort ein stark ausgeprägtes internationales Lebensgefühl. Hamburg nimmt seine internationale Verantwortung wahr und wird seine Stärken als internationale Metropole weiter ausbauen, denn Metropolen der Zukunft müssen weiterhin ein weltoffenes und vielfältiges Lebensumfeld bieten. Viele der wichtigsten Herausforderungen unserer Zeit sehen wir wie in einem Brennglas in Metropolen: Fragen von Mobilität, von wirtschaftlicher Innovation, von Wohnraum, von Integration und sozialem Zusammenhalt. Metropolen haben aber auch am ehesten das innovative Potenzial, Lösungen für diese Probleme zu finden. Hamburg kann dabei unter anderem seine Netzwerke mit anderen Städten in Europa und der Welt nutzen.

 

Städtepartnerschaften sind eine wertvolle Möglichkeit für Städte und Kommunen, um sich international zu engagieren. Ihr Wert liegt in dem Aufbau von Beziehungen, der Annäherung verschiedener Kulturen und der Förderung von gegenseitigem Verständnis. So tragen sie dazu bei, die interkulturelle Verständigung zu fördern, lokale Gemeinschaften zu bereichern und globale Herausforderungen auf lokaler Ebene anzugehen. Die Freie und Hansestadt Hamburg pflegt besondere Beziehungen zu ihren neun Partnerstädten: Chicago, Dar es Salaam, Dresden, Léon, Marseille, Osaka, Prag, Shanghai und die – aufgrund des völkerrechtswidrigen russischen Angriffskrieges auf die Ukraine – aktuell ruhende Partnerschaft mit St. Petersburg. Diese Partnerschaften werden nicht nur von zivilgesellschaftlichen Organisationen, der Hamburgischen Bürgerschaft, dem Senat, der Hamburger Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur getragen, sondern maßgeblich auch von engagierten Bürger*innen, die sich in verschiedene Begegnungsprojekte einbringen.

 

In vielen Städten und Gemeinden in Deutschland finden sich Hinweise auf bestehende Städtepartnerschaften, zum Beispiel in Form von Hinweisschildern am Ortseingang oder in der Stadtmitte. Diese Schilder dienen nicht nur der Information über die Existenz der Städtepartnerschaften und weisen auf die Verbundenheit mit einer oder mehreren Partnerkommunen hin, sondern signalisieren auch, dass eine Stadt offen für internationale Beziehungen und kulturellen Austausch ist. So können auch die Gastfreundschaft und Willkommenskultur einer Stadt betont werden, zum Beispiel gegenüber Tourist*innen. Die Hinweise machen sichtbar, dass eine Stadt Teil einer globalen Gemeinschaft ist. Dies kann sich auch positiv auf die Identifikation von Bürger*innen mit der Stadt und die Bereitschaft zur aktiven Beteiligung an Partnerschaftsaktivitäten auswirken. Hinweise auf bestehende Partnerstädte können als visuelles Symbol für die Partnerschaft dienen und als Erinnerung an die Verpflichtung der Stadt gegenüber ihren Partnerstädten wirken. Dies kann dazu beitragen, eine Partnerschaft lebendig zu halten und weitere Aktivitäten zu fördern. Insgesamt können Hinweise auf Städtepartnerschaften dazu beitragen, die Bedeutung dieser Beziehungen hervorzuheben, das Bewusstsein zu schärfen, die Gastfreundschaft zu betonen und die Identifikation der Bürger*innen mit ihrer Stadt zu stärken.

 

In Hamburg finden sich bereits Verweise auf Hamburgs internationale Verbundenheit, so zum Beispiel im Verbindungstunnel der U-Bahn-Stationen „Rathaus“ und „Jungfernstieg“ oder die Benennung von Straßen oder Plätzen wie zum Beispiel den Dar-esSalaam-Platz, die Osaka-Allee, die Marseiller Straße oder den Chicagokai. Um die internationale Verbundenheit Hamburgs in Europa und der Welt in der Stadt noch greifbarer zu machen, sind weitere Symbole möglich und wünschenswert. So könnten etwa klassische Schilder, zum Beispiel je Bezirk oder an besonders strategischen Orten in Hamburg, die Hamburger Weltoffenheit und die Verbundenheit der Stadt in Europa und der Welt zum Ausdruck bringen und diese im Stadtbild verdeutlichen. Denkbar sind auch digitale Möglichkeiten wie etwa eine interaktive Weltkarte zum „Betreten“ der Partnerstädte oder an öffentlicher Stelle angebrachte Bildschirme mit spannenden Inhalten wie zum Beispiel besonderen „Fun Facts“, Hintergrundinformationen zu Wirtschaftsbeziehungen, Livecams in die Regionen als Hamburger Ausblick in die Welt oder Ähnliches.

 

So vielfältig wie Hamburgs Beziehungen, so vielfältig sind auch die Möglichkeiten, um Hamburgs Partnerschaften in der Welt erlebbar zu gestalten. Eine sinnvolle Integration der Partnerschaften in das Stadtbild und das konkrete Erleben der Hamburger Beziehungen betonen das Verständnis Hamburgs als „Tor zur Welt“. Darüber hinaus zahlt eine solche Maßnahme auch auf das Selbstverständnis der Stadt als weltoffene und internationale Metropole ein, die vielfältige freundschaftliche Kontakte zu Städten in aller Welt pflegt.

 

Die Bürgerschaft möge beschließen:

Der Senat wird ersucht,



  1. unter Einbeziehung relevanter Stakeholder wie zum Beispiel der Hamburg Marketing GmbH und Partnerschaftsvereinen sowie gegebenenfalls unter Berücksichtigung der Bezirksämter sowie unter Prüfung der Einbindung in bereits bestehende Maßnahmen ein Konzept zu entwickeln, um die Städtepartnerschaften Hamburgs in der Welt im Stadtbild zu integrieren und dabei     a.) sowohl analoge als auch digitale Möglichkeiten der Umsetzung im öffentlichen Raum zu prüfen;     b.) die Städtepartnerschaften an einem öffentlichen und zentralen Ort in der Stadt sichtbarer und erlebbarer zu machen;      c.) auf interaktive Inhalte mit Mehrwert und Erlebnisfaktor zu setzen.


  2. der Bürgerschaft bis zum 31.12.2024 zu berichten.


 

Quelle: Wortlaut der Hamburger Bürgerschaftsdrucksache 22/14938 vom 10.04.24


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