Auf der westlichen Seite der Binnenalster befindet sich eine weitere Hamburger Prachtstraße. Es ist der Neue Jungfernstieg (1.+ 4.Foto), der schon von vielen Künstler*innen auf ihren Bildern und Grafiken festgehalten worden ist. Insbesondere die Baumreihen und das Gitter sind bekannte Motive.
Diese kurze Einbahnstraße beherbergt
- zu Beginn ein Plateau mit einer Vielzahl von Flaggen und der Bronzeskulptur Die Windsbraut (1968) von Hamburgs Bildhauer Hans Martin Ruwoldt (1881-1969).
- gegenüber das ehemaliges Esso-Gebäude, dem heutigen Weltwirtschaftsinstitut (HWWA). An dessen Seitenfront ist 2004 in cyanblauen Großbuchstaben der Spruch des amerikanischen Konzeptkünstlers Lawrence Weiner (1942-2021) angebracht worden: AN DEN SEE – AUF DEM SEE – VON DEM SEE – AN DEM SEE – GRENZEND AN DEN SEE! Während die Worte SEE bewusst überschaubar rechtsbündig untereinander gesetzt worden sind, bleibt bei der Betrachtung der Sinn des Textes jedem selbst überlassen. Ein weiteres Objekt von ihm befindet sich auf dem Plateau vor den Deichtorhallen. Wer genau hinschaut, sieht anhand der Buchstabenabstände eine notwendige Korrektur eines Schreibfehlers.
- fortlaufend das bekannte Amsinck-Palais mit dem Hamburger Übersee-Club. Es steht unter Denkmalschutz und wurde 1883 errichtet durch Gottlieb Jenisch.
- mittig das renommierte Fairmont Grand Hotel 4 Jahreszeiten. Es wurde 1897 von dem Hamburger Gastronom Friedrich Haerlin mit wesentlicher Unterstützung seiner Ehefrau Thekla Toussaint aus Bremen ersteigert und zu seinem 40. Geburtstag zum Hotel mit den noch heute bekannten Namen umgebaut (2.+ 3.Foto). 2025 wird das Restaurant Haerlin unter dem Küchenchef Christoph Rüffer mit dem 3.Michelin Stern ausgezeichnet und das dortige internationale kulinarische Spitzenniveau bestätigt!
- im näheren Umfeld das Fachgeschäft Molwitz & Treff, das dort seit 1945 mit Briefmarken & Münzen handelt. Eine für Hamburg spannende Briefmarke ist im Juli 2025 herausgegangen kommen: die Speicherstadt (4.Foto).
- eine weitere Ausfertigung was der Skulptur von Heinrich Heine in gleicher Größe wie die auf dem Rathausmarkt.
Der Neue Jungfernstieg mündet ein in den Jungfernstieg. Dessen Umgestaltung wurde Mitte 2025 abgeschlossen und man kann ihn quasi ebenfalls als neuen Jungfernstieg bezeichnen. Hinzugekommen sind eine weitere Baumreihe, eine Nebelanlage (6.+ 7.Foto), kleinere Trampolinanlagen (8.Foto) sowie eine ebenerdig eingebaute Musikanlage, die der / die Nutzer*in kräftig treten muss, damit Musiktöne erschallen (9.Foto). Sie ist quasi ein Gegenstück zu den in Hamburg reichlich vorhandenen Carillons, die überwiegend in nicht erreichbaren Höhen aufgehängt sind.
Dazu befindet sich im Bereich oberhalb der Reesedammbrücke einer der 7 Orte für Hamburg. Es ist die Bodenplatte RAUM aus 6mm starkem Cortenstahl, die 1989 mit einer identischen Größe von 1,80m x 1,80m bündig im Boden auf Betonsockel montiert wurde.
Neben dieser hat der Konzeptkünstler Franz Erhard Walther (1939 / 10.Foto) weitere sechs beschriftete Platten kreisförmig in der City eingebracht. Es sind die Standorte mit den Bezeichnungen:
- Kunsthalle - ORT
- Deichtorplatz – RICHTUNG
- Altländerstraße – KÖRPER
- Meßberg – INNEN AUßEN
- Domstraße - BEWEGUNG
- Lombardsbrücke - ZEIT
Eine unübersehbar Granitskulptur steht seit Jahrzehnten im unmittelbaren Bereich der Alsteranleger. Der Bildhauer Hans Kock (1920-2007) nannte sie MAUER und zeigt damit auf, dass diese sowohl abgrenzend als auch verbindend sein kann. Sie steht hier mit ihren skurrilen Formen seit 1974.
