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23.11.2022

Untiefen in der Tideelbe

Im Juni 2008 wurde seitens der Bundesländer Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein mit der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt -Außenstelle Nord- und der Hamburg Port Authority (HPA) eine Erklärung hinsichtlich eines gemeinsamen Strombau- und Sedimentmanagement entwickelt. Sie berücksichtigte u.a. den Anstieg der Baggermengen sowie die Problematik der damit verbundenen Schadstoffe. Erreicht werden sollte der Erhalt der Tideelbe als „Lebensader der Metropolregion Hamburg“. Die damit verbundenen Veränderungen sollten sich insbesondere positiv auf die Bereiche Schiffsverkehr, Hafenwirtschaft und Hochwasserschutz auswirken.

In der Meldung vom 02.11.22 teilte die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt mit, dass vom 01.12.22 bis einschließlich 30.11.23 die nautisch nutzbare Tiefe auf der Tideelbe temporär um 1m eingeschränkt wird. Gegenüber dem Stand vor der Fahrrinnenanpassung bedeutet dies, dass lediglich eine Verbesserung des Tiefgangzuwachses von 20cm - 90cm erreicht wurde.

Das 9. Elbvertiefungsprogramm scheint damit gescheitert zu sein?! Erwähnenswert ist auch die Antwort des Senats auf eine schriftliche Anfrage vom 09.12.19 (Bürgerschaftsdrucksache 21/19293): So beliefen sich allein für 2019 die Gesamtkosten für die Wassertiefenhaltung - also das Ausbaggern und Verbringung von Sedimenten im Hamburger Hafen - mittlerweile auf die Rekordsumme von fast 100 Millionen Euro! Angemerkt wurde vom Senat ebenfalls, dass damals (und heute?) ein gesamtheitliches Baggerkonzept weiterhin fehlt. Aktuelles und unabgestimmtes Ziel von HPA für 2023 war es, ab 01/23 den Elbschlick vor der Vogelschutzinsel Scharhörn (da Hamburgisches Staatsgebiet) am Rande des Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer zu verklappen. Das stieß auf Ablehnen der Stadt Cuxhaven / Bundesland Niedersachsen. Da auch Schleswig-Holstein keine geeignete Lagerfläche für das teure Baggergut bereitstellte, war die Reduzierung der Fahrrinnentiefe wie oben beschrieben für den nautisch sicheren Schiffsverkehr erforderlich. Kann damit dem Slalomfahren der Frachter, Containerschiffe und Kreuzfahrtschiffen aufgrund von Untiefen abgeholfen werden?

Anmerkung der Redaktion: Sedimente - auch Elbschlick genannt - bestehen aus anorganischen Feststoffen wie Sand oder verwittertem Gestein und organischem Material (z. B. Algen, zersetztem Pflanzenmaterial oder Bakterien).


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