Sie sind hier: Kulturkarte.de >  News >  Schwesterschiffe Prag und Dresden

06.10.2021

Schwesterschiffe Prag und Dresden

Die Löschboote Branddirektor Krüger und Oberspritzenmeister Repsold der 20-Meter-Klasse waren seit 40 Jahren im Hamburger Hafen im Einsatz. Doch Hamburg benötigt neue moderne Feuerlöschboote mit geringeren Abmessungen, um auch in Hafenregionen für Sicherheit zu sorgen, die für das 2019 in Dienst gestellte Feuerlöschschiff "Branddirektor Westphal" mit 44m Länge und fast doppelten Tiefgang zu groß und deshalb nicht befahrbar ist.

Deshalb wurden neue Boote international ausgeschrieben. Im Juni 2020 lief die „Dresden“ als Rumpfbau als erste von zwei im Bau befindlichen neuen Feuerlöschbooten im polnischen Kozle vom Stapel. Nachfolgend wurden die baugleichen Schwesterschiffe Dresden und Prag ins niederländischen Gorinchem geschleppt und erhielten Aufbauten sowie Schiffstechnik. Die beiden Schiffe sind mit einem Plug-In-Hybrid-Antrieb ausgerüstet, der bis zu vier Stunden vollelektrische und emissionsfreie Fahrt ermöglicht. Die mit synthetischem GTL (Gas-to-Liquids) betriebenen Dieselaggregate können bei Bedarf zugeschaltet werden oder den Antrieb vollständig übernehmen. Mit einer Länge von 35,30 m, einer Breite von 7,80m und einen Tiefgang von 1,50m können die „Prag“ und die „Dresden“ auch in flacheren Hafenbereichen eingesetzt werden.

Die Namensgebung für beide Feuerlöschboote entsprechen denen der Hamburger Partnerstädte. Ein im Bau befindliches Planierschiff erhält den Namen "Chicago" und wird voraussichtlich 2021 in Dienst gestellt. 

  • Besatzung: 2-3 Personen + Einsatzkräfte der Feuerwehr
  • Antrieb: Plug-In-Hybrid mit Batteriegröße: 315 kWh (landstromtauglich)
  • Geschwindigkeit: max. 12 Knoten bzw. bei vollelektrischer Fahrzeit: 120 min bei 7 Knoten
  • - wahlweise über ein Dieselaggregat mit Katalysator und Partikelfilter.
  • Wurfweite: max. 150 m
  • Wurfhöhe: max. 70 m
  • Löschleistung: 2.500 m3/h.

Ein Fahrzeug chartete die Feuerwehr Hamburg. Das zweite Boot steht künftig bei der HPA im Einsatz und ist auch für alternative Nutzung einsatzfähig, unter anderem im Brückenprüfdienst. Bei Großereignissen kann die Feuerwehr auch das von der HPA-Schiff kurzfristig abrufen und mit einer eigenen Besatzung betreiben. Die Boote erhielten das dunkelblaue Design der Flotte Hamburg GmbH & Co. KG., einer 100-prozentigen Tochter der Hamburg Port Authority AöR (HPA).


Folgende ältere Nachrichten aus unserem Archiv
könnten Sie ebenfalls interessieren:

Hafengeburtstag digital (08.05.2020)
Hafen Hamburg atomfrei (03.04.2019)
300 schwimmende Gäste (27.04.2017)
Parade der Traditionsschiffe (18.09.2015)
Schuten und Ewerführer (09.09.2015)
Bombe entschärft (12.07.2014)
Hafengeburtstag 824 (29.04.2013)
Hafengeburtstag mit Taufe (12.02.2011)
Historische Hafen mit Zukunftsperspektiven (13.03.2010)
Der Hafen arbeitet wieder! (04.01.2010)
Hamburgs Hafen um 1933 (02.02.2008)
Deutschlands größter Hafen - doch wo sind die Schiffe (24.02.2007)
Der Hamburger Hafen 1938 (24.12.2006)
817. Hafengeburtstag (29.04.2006)