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14.06.2014

Jüdischer Friedhof ist in Tentativliste

Am 12.06.14 hat die „Ständige Kultusministerkonferenz der Länder“ (KMK) über die Aufnahme neuer Stätten in die ab 2016 geltende „deutsche Tentativliste“ entschieden und den Jüdischen Friedhof Altona für deutsche UNESCO Welterbe-Kandidatur ausgewählt. Die Tentativliste ist die „Liste der Kultur- und Naturgüter, die von der Bundesrepublik Deutschland zur Aufnahme in die UNESCO-Liste des Kultur- und Naturerbes der Welt angemeldet werden sollen“. Die KMK ist dabei den Empfehlungen eines Expertengremiums gefolgt, das sie für das Auswahlverfahren einberufen hatte. Elf nationale und internationale Expertinnen und Experten aus den Bereichen Kunst, Kultur und Wissenschaft haben im Laufe des Jahres 2013 die von den Bundesländern eingereichten Vorschläge evaluiert. Aufgeteilt waren sie dabei in die vier Arbeitsgruppen:

- Kulturlandschaften,

- Modernes Erbe,

- Religiöses Erbe im Hinblick auf jüdische Stätten   und

- Technisches/ Industrielles Erbe.

 

Das Expertengremium hat den jüdischen Friedhof mit folgender Begründung an zweiter Stelle für die Aufnahme in die Tentativliste vorgeschlagen:

Der 1611 entstandene Friedhof für die sephardischen Juden „gilt als ältester Friedhof der infolge der Vertreibung aus Spanien nach Nordeuropa zugewanderten Juden. Die Sepharden waren die ersten Juden, die sich in Hamburg niederlassen durften. Fünf Jahre später wurde ein Teil des Friedhofgeländes von aschkenasischen Juden genutzt. Der Friedhof zeigt die reiche sephardische Grabmalkunst, die dem schlichten aschkenasischen Grabstil gegenübersteht. Damit zeugt er von dem Mit- und Nebeneinander zweier europäisch-jüdischer Kulturen, die beide in Hamburg ansässig waren und eine jahrhundertelange Geschichte in der Hansestadt aufweisen.“ Der Fachbeirat würdigt besonders den sephardischen Teil des Friedhofs als „weltweit wichtiges kulturelles Zeugnis sephardischer Geschichte, als bedeutsames Beispiel sephardischer Grabmalkunst und als einzigartiges kunst- und kulturhistorisches Dokument“ sowie den gesamten Friedhof „hinsichtlich der wichtigen Verbindungen zu bedeutenden Gelehrten.“

Die Hamburger Sternwarte wurde nicht in die deutsche Tentativliste aufgenommen.

 

Quelle: Pressestelle der Kulturbehörde


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