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09.08.2022

Energiekrise versus Kultur

Zweieinhalb Jahre befand sich die Kultur nicht nur in Hamburg im Corona-Ausnahmezustand. Kaum sind die Einschränkungen gemildert worden, droht neues Ungemach. Denn durch die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Rußland und der Ukraine folgten Sanktionen durch den Westen gegen den Aggressor Rußland.

Doch Rußland konterte mit der Reduzierung der vertraglich vereinbarten Gaslieferung; die Koalition aus CDU + SPD hatte Deutschland bis 2021 durch verheerende politische Entscheidungen von Rußland abhängig gemacht. Nordstream 1 und beinahe auch 2 lieferten zum überwiegenden Teil Gas für die Industrie und für den Bedarf der Bevölkerung. Keinem der Deutschen Verantwortlichen fiel bis zu Beginn des Krieges auf, dass sich in den Gasspeichern auf deutschem Gebiet nur Gasreserven im unteren Bereich der möglichen Kapazitäten befanden. Zumal diese Betriebe überwiegend von russischen Betreibern übernommenen und betrieben wurden. Durch die zusätzlich stark reduzierte russische Gaslieferung verheerende Aussichten für die Wintermonate 2022!

 

Gassparen in den warmen Monaten ist eine Anordnung der neuen Regierung aus SPD + Grüne + FDP. Das wieder Hochfahren von Kohlekraftwerken eine weitere. Selbst das Hinausschieben der Stilllegung von noch laufenden Atomkraftwerken wird vehement diskutiert. Denn die Gaseinsparungen gelten für alle Bereiche.

Mit Blick auf Energiekrise und Kostensteigerungen gilt das auch für Kultureinrichtungen wie Museen und Theater sowie die kulturelle Infrastruktur. Bund, Länder und Kommunen wollen deren Funktionsfähigkeit sichern. Dazu beginnen erste Spardebatten deutschlandweit.

Es bleibt abzuwarten, welche Sparmaßnahmen von der Kulturbehörde ermittelt werden und ob deren Summe den noch nicht bekannten Einsparquoten entsprechen. Man mag sich kaum vorstellen, dass die Kunsthalle aus Gründen der Energiekosteneinsparung geschlossen werden müßte. Eher dagegen wäre es denkbar, statt im Anzug mit dickem Pullover in der Staatsoper zu sitzen und dem Geschehen zu lauschen.

 

 


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