

Gebaut wurde die Köhlbrandbrücke 1974 als wichtige Hafenverbindung von Steinwerder nach Waltershof. Das damalig zuständige Amt für Strom- und Hafenbau ging von einer Nutzung von rund 12.000 Kfz aus. 1974 hatte sich die Verkehrsbelastung nahezu verdoppelt. 2023 wurde die Köhlbrandbrücke an einem durchschnittlichen Werktag von etwa 32.000 Kraftfahrzeugen befahren. Zusätzlich hat sich der Lkw-Verkehr seit 1980 ebenfalls fast verdoppelt. Seit 2012 gilt auf der Brücke bereits ein Überholverbot für Lastwagen. Anfang 2019 ordnete die Hamburg Port Authority (HPA) als nachfolgende Hafenverwaltung ein Abstandsgebot für Lkw von 50m an.
Doch seit dem 01.05.26 ist die inzwischen als marode festgestellte Köhlbrandbrücke im Hamburger Hafen für genehmigungspflichtige Schwertransporte über 44 Tonnen gesperrt. Denn deren Last erwirkt weitaus größere Schädigung als übliche Lkw. Zusätzlich erfolgen in 2026 laut HPA sechs Wochenend-Vollsperrungen der Brücke für Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten. Die erste Sperrung ist für das Wochenende 15.-18.05.26 geplant. Mit einem fertigen Neubau - Kosten zwischen 4 - 5 Mrd. Euro werden schon heute kalkuliert - wird nicht vor 2040 gerechnet. Bis dahin fallen schon jährlich 5 Mio. Euro an mit Tendenz von 11 Mio. Euro vorerst bis 2029. Deshalb ist Eile geboten!
Auf der Suche nach Ausweichrouten muss parallel dringend geprüft werden, welche Straßen dafür geeignet sind. Diese Ausweichstrecken müssten zügig festgelegt und für Schwertransporte fit gemacht werden. Das heißt, dass ggfs. Schilder höher gehängt, Verkehrsinseln verlegt oder auch Ampeln umgebaut werden müssten. Warum das nicht schon vorher von den zuständigen Ämtern geplant und ggfs. umgesetzt worden ist, bleibt ein Rätsel. Die halbherzigen Olympia-Pläne des Senats lassen grüßen.