Die Kirchen in Vierlande im Bezirk Bergedorf haben alle ihren eigenen Charme ... und ihre Publikationen, in denen sie ihre Historie oftmals vielfältig schildern.
St. Johannis ist eine sogenante Saalkirche (2.Foto) mit einer hölzernen Runddecke. Der freistehende Glockenturm (1.Foto) beherbergt 3 Glocken, von denen die älteste mit Namen Maria aus dem Jahr 1461 stammt. Die Hauptorgel auf der Empore stammt aus 1634, die kleine im Altarbereich von 1962.
Bemerkenswert sind die reizende Accessoires im Innenraum, die hier vorrangig durch Fotos hervorgehoben werden sollen:
- der 1,83m große Kronenleuchter von 1644 (3.Foto).
- die schmiedeeisernen vielfältigen Hutständer (4.+ 5.Foto) jeweils bei den Eingängen zu jeder Männersitzbank.
- auf nahezu allen Bänken die sogenannten Schröderkissen mit feinster Stickerei; die ältesten Sitzkissen befinden sich in einer Vitrine und sind aus dem 18.Jahrhundert. Alte Trachtenstoffe wurden genutzt, um daraus rechteckige Sitzkissen (6.Foto) und viereckig Hochzeitskissen (7.Foto) zu fertigen.
- alte Intarsienarbeiten aus Nussbaum oder Mahagoni an den Pforten zu den Sitzreihen (8.Foto); die ältesten sind aus 1600. Sie sind mit Motiven aus der umgebenden Landschaft versehen sowie mit Namen der Besitzer des Gestühls bzw. deren Spender.
- das große Fenster rechter Hand Richtung Altar (9.Foto). Es besteht aus Sprosenfenstern mit eingeätzten Hinweisen. Der Eintrag von Marlehn Eggers wird durch die Jahreszahl 1795 ergänzt. Ob diese Scheibe seitdem dort eingesetzt oder ob der Hinweis rückwirkend aufgenommen wurde, ist hier nicht bekannt.
- der Altar, bestehend aus einem vierteiligen Bronzebild von Klaus Luckey (1934-2001 / 10.Foto). Der neue füllt nicht annähernd den Platz des alten Altars. Lediglich das Altarbild des gekreuzigten Christus konnte erhalten werden und befindet sich an der Nordwand.
Auch in dieser Vierländer Kirche gab es im Chorraum Emporen und Lauben. Sie mussten 1961 entfernt werden, da sie wie der Altar und das Gestühl massiv vom Holzwurm befallen waren.
Bemerkenswert sind teilweise die Grabsteine im Außenbereich der Kirche sowohl von ihrer Größe als auch ihrem Eintrag. So durfte der kleine Johann Haes im Jahr 1908 nur 8 Monate alt werden; eine nicht ungewöhnliche Lebensdauer in der damaligen Zeit. Ruhe sanft!
